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Oper: La clemenza di Tito

La Clemenza di Tito (TITUS)
Damma serio per musica in due atti

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text von: Caterino Tommaso Mazzolà, nach dem Dramma per musica (1734) von Pietro Metastasio
Uraufführung: 6. September 1791 (Prag, Ständetheater)

Zur Inszenierung des Theater Bielefeld:

Premiere:
10. Mai 09

Musikalische Leitung: Peter Kuhn
Inszenierung: Wolf-Dietrich Sprenger
Bühne und Kostüme: Achim Römer
Choreinstudierung: Hagen Enke
Dramaturgie: Uwe Sommer

Besetzung:
Titus Vespasianus
: Uwe Stickert
Vitellia: Melanie Kreuter
Servilia: Cornelie Isenbürger
Sextus: Dshamilja Kaiser
Annius: Christín Mollnar
Publius: Torben Jürgens

Nach Donizettis Don Pasquale und Strauss’ Capriccio ist auch die letzte Opernpremiere der laufenden Spielzeit – zumindest, was den Entstehungszeitraum betrifft – ein »letztes« Werk. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte La Clemenza di Tito im Spätsommer/Herbst 1791, als der größte Teil der Zauberflöte bereits fertig war. Doch anders als diese gehört sie nicht zum Standardrepertoire jedes Opernhauses. Dabei enthält sie eine ganze Menge Musik, die zum Schönsten gehört, das Mozart geschrieben hat. Nicht umsonst war Titus in den ersten Jahrzehnten nach seiner Uraufführung eine der meistgespielten Opern Mozarts.

Vitellia liebt Kaiser Titus, der jedoch mit der schönen Berenike liiert ist. Aus Eifersucht, und weil sie selbst mit allen Mitteln auf den Thron will, fordert sie von Sextus, der in sie verliebt ist, ein Attentat auf Titus zu verüben. Unter schwersten Qualen – Titus ist sein Freund – setzt Sextus Vitellias Wunsch in die Tat um. Doch der Anschlag misslingt, Titus überlebt und erfährt von der Verschwörung. Soll er, der Mildtätigkeit und Gnade über alles setzt, seinen Freund zum Tode verurteilen? Soll Sextus seine angebetete Vitellia verraten? Alles steht auf des Messers Schneide: Die Freundschaft, die Gnade, die Liebe. Titus unterschreibt das Urteil, zerreißt es dann wieder: Wenn er keine Milde zeigen darf, will er lieber nicht Kaiser sein. Vitellia bereut und bekennt ihre Schuld. Titus vergibt beiden – das Volk feiert.

Die Oper erzählt die Geschichte um den römischen Kaiser Titus Vespasianus, der, einstmals ein harter Krieger, in den Jahren 79-81 eine von der Nachwelt als geradezu paradiesisch verklärte Regentschaft führte. In Barock und Wiener Klassik gehörte sie zu den beliebtesten Opernstoffen. Allein das Libretto Pietro Metastasios (1734) wurde rund 50 mal vertont, war es doch die ideale Vorlage für Huldigungsopern aller Art – eine »ewige Lehre für alle Könige« (Voltaire). Auch Mozarts Titus war ein Auftragswerk: Die Oper sollte der Krönung Kaiser Leopolds II. als König von Böhmen einen würdigen Rahmen verleihen. Doch Mozart ging es weniger um eine »Huldigung« eines Regenten, der in der Oper eine Figur von zumindest zweifelhafter Stärke ist, als darum, die Psychologie jener von Titus beherrschten Welt auszuloten, in der Machtstreben, Liebe, Eifersucht und Moral gehörig in Konflikt geraten. Wie tragfähig ist solch ein Konzept der »Milde« (Clemenza)? Auf was für einem Boden steht dieser Titus?
Können Recht und Ordnung in einer Gesellschaft funktionieren, deren Mitglieder, um ihre persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, zum Verrat an Werten wie Freundschaft und Liebe bereit sind? Hätte ein Titus in unserer Gegenwart eine Chance? Und wenn ja – in was für einem Staat?

Inszenieren wird erstmals im Bielefelder Musiktheater der Schauspieler und Regisseur Wolf-Dietrich Sprenger, der auf den großen Bühnen (Wien, Hamburg, Zürich etc.) und im Film seit Jahren zu den profiliertesten deutschen Darstellern gehört. In der Titelrolle ist – ebenfalls erstmals in Bielefeld – der Tenor Uwe Stickert zu erleben, der jüngst an den Opernhäusern in Essen, Weimar und Mannheim große Erfolge feierte.

Musikalische Leitung:
Peter Kuhn, seit 1998 Generalmusikdirektor des Theater Bielefeld, dirigierte hier u.a. Turandot, die Uraufführung von Claus Kühnls Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel, Carmen, Hoffmanns Erzählungen, Idomeneo, Rusalka, Lulu, Otello, Così fan tutte, Madama Butterfly, Jenufa, Margarethe, Un Ballo in Maschera, Die Meistersinger von Nürnberg, Amerika, Der fliegende Holländer, Norma, Don Carlos, Il Viaggio a Reims, Der Rosenkavalier, Pelléas und Melisande, Die Hochzeit des Figaro, Oedipe, Aida, Luisa Miller, Der Baum der Diana, Tristan und Isolde, Don Pasquale und zuletzt Capriccio. Im Jahr 2000 erhielt Peter Kuhn zusammen mit den Bielefelder Philharmonikern die Auszeichnung des Deutschen Musikverleger-Verbandes für das beste Konzertprogramm der Saison 1999/2000.
Der gebürtige Karlsruher begann sein Dirigierstudium 1985 bei Hans Herbert Jöris und Lutz Köhler an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, das er 1992 mit dem Konzertexamen abschloss. 1990 erhielt er den Förderpreis des Niedersächsischen Kultusministeriums. Sein erstes Theaterengagement hatte Peter Kuhn von 1990 bis 1995 als Repetitor und Kapellmeister am Theater Dortmund, 1995 wurde er 1. Kapellmeister am Luzerner Theater und 1998 wechselte er zum Theater Bielefeld.

Inszenierung:
Seit 1997 arbeitet der Regisseur, Schauspieler und Autor Wolf-Dietrich Sprenger freiberuflich an verschiedenen Theatern, u.a. in Hamburg, Zürich, Stuttgart, Düsseldorf, Bremen, Hannover, St. Gallen und Wien. Zu seinen Inszenierungen zählen u.a. Über allen Gipfeln ist Ruh, Die Glasmenagerie, Der Revisor, Enigma und Clavigo. Am Theater Bielefeld hat er in der Spielzeit 07/08 bereits die Komödie Ein seltsames Paar in Szene gesetzt.
Wolf-Dietrich Sprenger, geboren 1942 in Zeitz, begann nach dem Abitur ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik in Westberlin, wechselte dann ins praktische Fach. 1966 debütierte er am Forum-Theater Berlin. Nach ersten Engagements in Flensburg und Krefeld wurde er 1972 ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg verpflichtet, wo er als Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor hervortrat und u.a. mit Jürgen Flimm, Peter Zadek und Luc Bondy zusammenarbeitete. Ab 1979 wirkte Sprenger am Schauspiel Köln, bis er 1985 gemeinsam mit Jürgen Flimm ans Thalia Theater in Hamburg kam. Neben seiner Arbeit auf der Bühne hat Wolf-Dietrich Sprenger auch diverse Film- und Fernsehrollen übernommen. Beim Film arbeitete er u.a. mit Jan Schütte, Ilse Hofmann, Hajo Gies, Heinrich Breloer und Horst Königstein zusammen.

[© Theater Bielefeld]

www.theater-bielefeld.de

Zur Inszenierung der Oper Leipzig:
Koproduktion mit dem Gran Teatre del Liceu Barcelona

Premiere: 25. Januar 07

Musikalische Leitung: Christopher Hogwood
Inszenierung: Derek Gimpel nach einer Regie von Francisco Negrin
Bühnenbild: Es Devlin Kostüme: Louis Desiré Lichtdesign: Bruno Poet
Choreinstudierung: Stefan Bilz

Tito: Rainer Trost
Vitellia: Marika Schönberg
Sesto: Kathrin Göring
Annio: Gabriela Scherer
Servilia: Susanna Andersson / Ainhoa Garmendia
Publio: Pavel Kudinov / Tuomas Pursio

Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester

„Nehmt mir die Macht oder gebt mir ein anderes Herz!“ klagt Kaiser Titus, der mit seiner Herrschaft das Unmögliche anstrebt: Nicht in der Gewalt, sondern in der Gewaltlosigkeit, in der Güte, liegt für Titus die Räson des Staates. Deshalb vergibt er Servilla, als sie ihm gesteht, einen anderen zu lieben. Er begnadigt seinen Freund Sesto, der sich als Anführer einer Verschwörung gegen ihn entpuppt. Und er verzeiht Vittelia, die sich als die Anstifterin der verhängnisvollen Intrige offenbart. Doch am Ende steht Titus vor einem Trümmerhaufen seiner Gnade: Ohne Freunde, ohne Geliebte − völlig einsam.

In seinem letzten Lebensjahr 1791 schuf Wolfgang Amadeus Mozart zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für Wien komponierte er die märchenhafte „Zauberflöte“ und für Prag − anlässlich der Krönung Leopold II. zum König von Böhmen − die Festoper „La clemenza di Tito“. Die Musik steht in ihrer Schönheit auf der Höhe der bedeutendsten Kompositionen Mozarts. Merkmale der Partitur sind die subtile Instrumentation und die edle Schlichtheit der Melodik. Die handelnden Figuren werden Wechselbädern der Gefühle ausgesetzt, schwanken zwischen furiosem Hass, tiefer Leidenschaft und zermürbendem Selbstzweifel. Diese Affekte lässt Mozarts Musik jederzeit miterleben. Zum Maßstab wird das Menschliche.

Francisco Negrin – dem Leipziger Publikum als Regisseur der „Lustigen Witwe“ und „Temistocle“ bekannt – hat zusammen mit seiner Bühnenbildnerin Es Devlin diese Mozart-Oper in Barcelona spektakulär in Szene gesetzt. In Leipzig übernimmt Derek Gimpel die Wiedereinstudierung der Produktion. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des bekannten Dirigenten Christopher Hogwood, der sich u.a. besonders in der historischen Aufführungspraxis verdient gemacht hat. [© Oper Leipzig]
www.oper-leipzig.de


Zur Inszenierung des Theater Regensburg:

Premiere:
16. Dezember 06

Musikalische Leitung: Raoul Grüneis
Inszenierung: Wolfgang Quetes
Bühne: Heinz Balthes
Kostüme: Ute Frühling


Besetzung:

Titus Vespasianus, römischer Kaiser:
Jung-Hwan Choi / Juan Carlos Falcón
Vitellia, Tochter des Kaiser Vitellius: Christina Lamberti / Katharina E. Leitgeb
Servilia, Schwester des Sextus: Julia Amos
Sextus, Freund des Titus: Katerina Hebelkova / Mirna Ores
Annius, Freund des Sextus: Mirna Ores / Elena Lemke
Publius, Anführer der Prätorianer: Sung-Heon Ha

www.theaterregensburg.de


Zur Inszenierung der Oper Frankfurt / des Theater an der Wien:

Premiere Frankfurt: 27. Januar 06
Premiere Wien: 26. März 06

Wiederaufnahme Oper Frankfurt in der Saison 2009/10:
10. Oktober 09
Weitere Vorstellungen: 16., Oktober, 1., 6., 12., 21. November, 4. Dezember 2009

Musikalische Leitung: Paolo Carignani /
Erik Nielsen / Yuval Zorn / Hartmut Keil (12., 21. November, 4. Dezember 2009)
Inszenierung: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme:
Fabian von Matt
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Dramaturgie: Hendrikje Mautner
Licht: Olaf Winter
Chor: Alessandro Zuppardo (FFM) / Erwin Ortler (Wien) /
Matthias Köhler

Koproduktion mit dem Theater an der Wien / Wiener Mozartjahr 2006


Besetzung:
Tito Vespasanio, Herrscher von Rom:
Kurt Streit /
Yves Saelens / Daniel Behle / Andrew Kennedy (1., 6. November 209)
Vitellia, Tochter des vorherigen Königs Vitellius: Silvana Dussmann / Sonja Mühleck / Danielle Halbwachs / Elza van den Heever
Servilia, Schwester des Sesto, Liebhaberin des Annio: Britta Stallmeister / Anna Ryberg / Elin Carlsson / Brenda Rae / Cristiane Karg (November 2009)
Sesto, Freund des Titus, Liebhaber der Vitellia: Alice Coote / Nidia Palacios / Stella Grigorian / Jenny Carlstedt
Annio, Freund des Sesto, Liebhaber der Sevilia: Jenny Carlstedt / Arlene Rolph / Annette Stricker / Lisa Wedekind / Paula Murrihy (6., 12., 21. November, 4. Dezember 09)
Publio, Hauptmann der Prätorianer: Simon Bailey / Simon Bailey / Bálint Szabó / Florian Plock

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Museumsorchester

rot = Wiederaufnahme Saison 2009/10
grün = Wiederaufnahme Saison 2006/07


Zur Wiederaufnahme in der Saison 2009//10:
Das Jahr 2006 stand musikalisch ganz im Zeichen eines der größten Komponisten, den die Musikgeschichte hervorgebracht hat, wurde doch weltweit des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gedacht. Auch die Oper Frankfurt reihte sich in der Saison 2005/06 u.a. mit einer Neuinszenierung von La clemenza di Tito in die Schar der Gratulanten ein. Die schnell zur Erfolgsproduktion avancierte Deutung von Christof Loy feierte am 27. Januar 2006, also am tatsächlichen Jubiläums-Geburtstag, Premiere. Publikum und Presse waren sich einig: „Er hat es wieder einmal geschafft! Auch mit Mozarts Titus, der letzten Oper des Komponisten, ist Loy, der schon mit der Entführung in Frankfurt Furore machte, ein großer Regiewurf gelungen.“

Zum Inhalt: Angestiftet von der machtgierigen Vitellia plant Sesto, seinen Freund, den römischen Kaiser Tito, aus dem Weg zu räumen. Das Attentat schlägt fehl, ohne dass es Sesto zunächst ahnt. Als alles ans Tageslicht kommt und die Verschwörer entdeckt werden, sollen diese im Kolosseum sterben. Doch Tito, der seine Macht nicht auf ein solch blutbeflecktes Fundament stellen möchte, vergibt seinen Feinden.

Die Inszenierung kehrt nun im Rahmen ihrer zweiten Wiederaufnahme auf den Spielplan der Oper Frankfurt zurück, wobei die musikalische Leitung sowie alle Partien neu besetzt sind. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters alternieren die beiden Kapellmeister Yuval Zorn und Hartmut Keil. Auch die übrigen Umbesetzungen stammen überwiegend aus dem Ensemble der Oper Frankfurt. Daniel Behle, der in Frankfurt bereits u.a. als Tamino in Die Zauberflöte, Ottavio in Don Giovanni und Ferrando in Così fan tutte begeisterte, fügt mit der Titelpartie von La clemenza di Tito seinem Mozart-Repertoire eine weitere Facette hinzu. Mit ihm alterniert als Gast der englische Tenor Andrew Kennedy, welcher damit auch sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt vorlegt. Er war als Tito bereits an der Operá de Lyon zu erleben. Als Vitellia steigt Elza van den Heever neu in die Produktion ein. Die Südafrikanerin hat von Frankfurt aus ihre beachtenswerte Karriere gestartet und ist mittlerweile ein weltweit gefragter Gast an den großen Opernhäusern. Brenda Rae und Christiane Karg alternieren in ihrer zweiten Spielzeit als feste Kräfte der Oper Frankfurt als Servilia, nachdem sie 2008/09 in der Titelpartie von Mozarts Die Gärtnerin aus Liebe (Brenda Rae) bzw. als Susanna in Die Hochzeit des Figaro (Christiane Karg) begeisterten. Jenny Carlstedt sang in der Premiere dieser Produktion ursprünglich die Partie des Annio, übernimmt nun jedoch den Sesto. Die Finnin überzeugte kürzlich in zwei unterschiedlichen Opern im Bockenheimer Depot, Eötvös’ Angels in America und Mozarts Gärtnerin aus Liebe. Lisa Wedekind wurde an der Frankfurter Musikhochschule ausgebildet und gastierte an der Oper Frankfurt bereits in mehreren kleinen bis mittleren Partien. Mit ihr alterniert als Annio Paula Murrihy, die 2008/09 als Mitglied des Opernstudios nach Frankfurt kam und nun in das Opernensemble übernommen wurde. Gleichfalls neu in dieser Produktion ist Florian Plock als Publio, nachdem er 2008/09 u.a. in der Titelpartie von Die Hochzeit des Figaro auftrat.

Preise: € 9 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gilt ein Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

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