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Oper: Boris Godunov
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Boris Godunow Musikalisches Volksdrama in vier Akten und einem Prolog
Musik: Modest Mussorgski Text:
Modest Mussorgski nach Alexander S. Puschkin und Nikolai M. Karamsin
Uraufführungen: - Fassung von 1874): 27. Januar 1874 (St. Petersburg, Marinskij-Theater)
- 1. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 28. November 1896 (St. Petersburg, Konservatorium) - 2. Bearbeitung von Rimskij-Korsakow: 19. Mai 1908 (Paris, Grand Opera)
- Fassung von 1896: 5. März 1929 (Moskau, Staatliches Operntheater K.S. Stanislawski) - Fassung von Dimitri Schostakowitsch: 4. November 1959 (Leningrad, Kirow-Theater)
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Zur Inszenierung des Opernhaus Zürich:
Premiere: 27. April 08 Weitere Vorstellungsdaten: 3.,7., 10., 14., 22., 24., 28. Mai 2008
Dirigent: Vladimir Fedoseyev Inszenierung: Klaus Michael Grüber Bühnenbild: Eduardo Arroyo Kostüme:
Rudy Sabounghi Lichtgestaltung: Dominique Borrini Choreographie: Giuseppe Frigeni Choreinstudierung: Jürg Hämmerli
Marina: Luciana D'Intino
Feodor: Martina Welschenbach Xenia: Rebeca Olvera Amme: Kismara Pessatti Boris: Matti Salminen Schuisky: Rudolf Schasching Pimen:
Pavel Daniluk Grigorij/Dimitrij: Reinaldo Macias Rangoni: Vladimir Stoyanov Schtschelkalov: Valeriy Murga Warlaam: Andreas Hörl Missail:
Martin Zysset Schenkwirtin: Ljuba Chuchrova Blödsinniger: Boguslaw Bidzinski Nikititsch/Hauptmann: Tomasz Slawinski Mitjucha: Kresimir Strazanac
Leibbojar: Miroslav Christoff
Mit "Boris Godunow" hat Modest Mussorgski ohne Rücksicht auf die Operntradition des 19. Jahrhunderts und mit grosser dramatischer
Gestaltungskraft ein packendes Drama geschaffen, das auf historischen Ereignissen des beginnenden 17. Jahrhunderts beruht und doch weit über diese hinausgeht, indem es parabelhaft Fragen
unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens aufgreift.
Vladimir Fedoseyev hat sich für die mit dem Polenakt ergänzte Fassung von 1871/72 entschieden, die Klaus-Michael Grüber zusammen
mit seiner Mitarbeiterin Ellen Hammer im Bühnenbild von Eduardo Arroyo und in den Kostümen von Rudy Sabounghi in Szene setzen wird. In der Titelrolle darf man sich auf Matti Salminen freuen,
an dessen Seite Luciana D'Intino als Marina ein wichtiges Rollendebüt geben wird. In den weiteren Hauptpartien singen Rudolf Schasching, Pavel Daniluk, Reinaldo Macias und Vladimir Stoyanov.
[© Opernhaus Zürich]
Kartenbestellungen: Opernhaus Zürich, Billettkasse Tel. +41-(0)44 268 66 66, www.opernhaus.ch
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Zur Inszenierung des Anhaltischen Theaters Dessau:
Premiere: 13. Januar 07
Musikalische Leitung: Golo Berg Inszenierung: Helmut Polixa
Bühne und Kostüme: Stefan Rieckhoff Choreinstudierung: Helmut Sonne
Mit:
Iordanka Derilova, Viktorija Kaminskaite/Cornelia Marschall, Sabine Noack, Ekateri-na Pavliashvili, Ilona
Streitberger; Marian Albert, Kostadin Arguirov/Stephan Biener, Kostadin Arguirov/Ludmil Kuntschew, Stephan
Biener, Alexander Dubnov/Christoph Ro-senbaum, Adam Fenger, Ulf Paulsen (Titelpartie), Pieter Roux, Pavel Šafář, David Schroeder, Daniel Lewis Williams, Nico Wouterse und Leszek Wypchlo
sowie dem Opernchor, Extrachor und Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau
Mehr als vier Jahrzehnte nach der letzten Dessauer Premiere dieser wohl bedeutendsten russischen Oper, in
der neben dem tragischen Titelhelden das Volk die Hauptrolle spielt, inszeniert Helmut Polixa diese Geschichte
um Macht und Gewalt neu und will dabei die komplizierte Historie zugunsten des Allgemeinmenschlichen zurückstellen.
Ein Mensch strebt nach Macht und erlangt diese. Dafür musste er über Leichen gehen. Jetzt, scheinbar am Ziel
seiner Wünsche, lässt ihm sein Gewissen keine Ruhe mehr. Er fühlt sich vom toten Kind verfolgt und zerbricht
schließlich an diesem Druck. Individuelles Leid, tragisch, da selbst verschuldet. Auf der anderen Seite
unverschuldetes kollektives Leid: ein ganzes Volk hungert und leidet unter der Ohnmacht seines Regenten.
Der Bojar Boris Godunow hat sich als Berater zweier Zaren so weit nach oben gearbei-tet, dass er nun selbst
den Zarenthron besteigt. Dass er zur Erreichung dieses Zieles den legitimen Nachfolger, den Zarewitsch Dimitri, umbringen ließ, quält ihn jedoch und führt zu Unruhe im
Land. Sogar der Ermordete taucht angeblich wieder auf und stellt Thron-ansprüche.
Im historischen Gewand führt Mussorgski mit einem an Puschkin und dessen großem Vorbild Shakespeare orientierten Textbuch sowie tiefemotionaler, mitreißender
Musik seiner und unserer Zeit die Verstrickung von Schuld und Leid erschütternd vor Augen. [© Anhaltisches Theater Dessau]
www.anhaltisches-theater.de
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Zur Inszenierung der Berliner Staatsoper unter den Linden: (Erstfassung von 1869)
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere: 11. Dezember 2005, 19.00 Uhr weitere Aufführungen: 14. | 18. | 22. | 27. | 30. Dezember 05
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim Inszenierung und Bühnenbild: Dmitri Tcherniakov Kostüme:
Mariya Danilova Licht: Wolfgang Göbbel Chöre: Eberhard Friedrich Dramaturgie: Alexej Parin
Boris Godunow: René Pape Fjodor: Raimonds Gravelis Xenia: Sylvia Schwartz Xenias Amme: Rosemarie Lang
Fürst Wassiliwanowitsch Schuiskij : Stephan Rügamer Andrej Schtschelkalow: Alfredo Daza Pimen: Alexander Vinogradov Dimitrij | Grigorij Otrepjew:
Burkhard Fritz Warlaam: Maxim Mikhailov Missail: Peter Menzel Schankwirtin: Rosemarie Lang Gottesnarr: Pavol Breslik
Nikititsch | Polizeioffizier: Yi Yang Mitjucha: Bernd Zettisch Leibbojar: Juri Bogdanov
Staatskapelle Berlin Staatsopernchor
Der junge
Schauspiel- und Opernregisseur Dmitri Tcherniakov, der in Russland schon zum dritten Mal mit dem wichtigsten Theaterpreis, der »Goldenen Maske«, ausgezeichnet wurde und an der Staatsoper
seine erste Operninszenierung im Westen überhaupt zeigen wird, befragt seine Stücke stets auf ihre gesellschaftlichen und politischen Implikationen.
Mussorgski hat selbst eine
schlagwortartige Charakterisierung des Stils seines »Boris Godunow« gegeben, indem er das Werk als »musikalisches Volksdrama« bezeichnete. Die Hauptrolle spielt also weniger der Titelheld als
vielmehr das russische Volk, das in diesem packenden musikalischen Drama in beeindruckenden Massenszenen im Mittelpunkt steht. Die Titelfigur, der Zar Boris Godunow, der in unruhigen Zeiten
die Herrschaft über das russische Reich übernimmt, hat große Schuld auf sich geladen – er hat den Thronfolger Dmitrij ermorden lassen. Sechs Jahre herrscht er unangefochten, doch trotz seiner
ehrlichen Anstrengungen, die Lage des hungernden Volkes zu verbessern, liebt dieses ihn nicht. Zudem quält ihn sein Gewissen, was seine Gegner ausnutzen: Boris Godunow wird psychologisch
unter Druck gesetzt, in den Wahnsinn und schließlich in den Tod getrieben.
Karten: Tel: (030) 20 35 45 55 Email: www.staatsoper-berlin.de www.staatsoper-unter-den-linden.de
GESPRÄCH Alexej Parin, Moskau, und der Regisseur Dmitri Tcherniakov 4. Dezember 2005, 11 Uhr, Orchesterprobensaal
VORWORT
Werkeinführung durch Alexej Parin am 11.12.05, vor allen anderen Aufführungen durch Francis Hüsers - jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Apollo-Saal
NACHGEFRAGT – Publikumsgespräch zur Neuinszenierung 18. Dezember 2005, nach der Vorstellung im Apollo-Saal
STAATSOPER UNTER DER LUPE
Ein Workshop zu »Boris Godunow« für alle Interessierten. 10. Dezember 2005
Dmitri Tcherniakov - Regisseur und Bühnenbildner Dmitri
Tcherniakov wurde 1970 in Moskau geboren. Sein Studium an der Russischen Akademie für Theaterkunst beendete er im Jahre 1993. Seither hat er zahlreiche Inszenierungen von Opern und
Schauspielen realisiert. Die Bühnenbilder und Kostüme dazu entwirft er in der Regel selbst. Neben seiner Regietätigkeit arbeitet er jedoch auch als Kostüm- und Bühnenbildner für andere
Regisseure, so bei Der fliegende Holländer von Richard Wagner in Perm 1994 und Così fan tutte von Wolfgang A. Mozart in Ludwigsburg 1999. Seine wichtigsten Operninszenierungen der letzten
Zeit waren Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und Jungfrau Fewronija von Nikolaj Rimski-Korsakow, Ein Leben für den Zaren von Michail Glinka und Tristan und Isolde von Richard
Wagner im Mariinsky-Theater Sankt-Petersburg, Aida von Verdi im Opernhaus Nowosibirsk und The Rake’s Progress von Stravinsky im Bolschoi-Theater Moskau. Tcherniakov hat viele russische
Theaterpreise gewonnen, darunter die renommierte „Goldene Maske“. In den vergangenen Spielzeiten wurde er mehrfach als Opernregisseur des Jahres genannt.
Mit Boris Godunow an der Berliner Staatsoper Unter den Linden gibt Dmitri Tcherniakov sein Debut als Regisseur in Deutschland.
René Pape René Pape -
Bass - ist eine der herausragenden Sängerpersönlichkeiten der jüngeren Generation. Seit 1988 ist er Ensemblemitglied der Deutschen Staatsoper Berlin, an der er die großen Partien seines Fachs
verkörpert, wie zum Beispiel Sarastro, Rocco, Philipp II., Fasolt, Hunding, König Heinrich, Pogner, König Marke (»Tristan« in der Regie Harry Kupfers), jeweils unter der musikalischen Leitung
von Daniel Barenboim. Darüber hinaus sang er auch Ramphis unter Zubin Mehta, Figaro in »Le nozze di Figaro« und Leporello sowie die Titelpartie in »Don Giovanni« unter Daniel Barenboim. In
der Neuinszenierung des »Parsifal« war er im März und September 2005 wiederum unter Daniel Barenboim als Gurnemanz zu erleben.
Von Berlin aus entfaltet René Pape eine umfangreiche und
vielfältige Gastiertätigkeit. Er ist Gast der großen Opernbühnen, der internationalen Konzertsäle und Festspiele. Sir Georg Solti holte René Pape für die Partie des Sarastro zu den Salzburger
Festspielen (1991 Regie Johannes Schaaf, 1997 Regie Achim Freyer), die er auch unter dessen Leitung an der Mailänder Scala gesungen hat. Unter Sir Georg Solti interpretierte er bei den
Salzburger Festspielen 1996 auch die Partie des Rocco in der von Herbert Wernicke inszenierten Neuproduktion des »Fidelio«, 1998 sang er Philipp II. im »Don Carlos« unter Lorin Maazel und im
Festspielsommer 2000 Leporello im »Don Giovanni« unter Valery Gergiev. Wiederholt verkörperte er die Partie des Sarastro und trat in dieser Rolle 2005 unter Riccardo Muti erneut auf. 1994
wurde René Pape von Wolfgang Wagner zu den Bayreuther Festspielen für »Das Rheingold« (Fasolt) unter James Levine verpflichtet. Unter Levine gab René Pape 1995 auch sein erfolgreiches Debüt
an der Metropolitan Opera New York. Inzwischen reichen seine Verpflichtungen an diesem Haus bis zum Jahre 2010 und beinhalten Partien wie Gurnemanz (damals sein Rollendebüt), König Heinrich
sowie die Neuinszenierungen von »Tristan und Isolde« (König Marke), »Fidelio« (Rocco), »Carmen« (Rollendebüt als Escamillo) und »Faust« (Rollendebüt als Mephisto). Zudem tritt er regelmäßig
an den anderen großen amerikanischen Opernhäusern in San Francisco und Chicago auf, u. a. als Pogner, König Marke und Rocco unter Christian Thielemann, Semyon Bychkov und Christoph von
Dohnányi. Im Dezember 2001 wurde der Bassist von der US-Zeitschrift »Musical America« in der Carnegie Hall zum Sänger des Jahres gewählt.
Auch in den bedeutenden europäischen
Musikzentren ist René Pape ein gefragter Künstler: so am Royal Opera House London, wo er 1997 unter Valery Gergiev als König Heinrich in Lohengrin debütierte. Wiedereinladungen für »I
Masnadieri« und »Lohengrin« folgten in der Spielzeit 2002/2003. Unter James Conlon sang er erstmals 1998 an der Opéra National de Paris die Partie des König Marke in »Tristan und Isolde«;
2001 kehrte er mit der Partie des Philipp in »Don Carlos« dorthin zurück. An der Seite von Waltraud Meier und Plácido Domingo sang René Pape die Partie des Hunding unter Daniel Barenboim an
der Wiener Staatsoper. Gastauftritte bei den Festivals von Glyndebourne, Orange, Luzern sowie in der Arena di Verona gehören ebenso zu seinen künstlerischen Aktivitäten. In Verbindung mit der
Staatsoper Unter den Linden unter Daniel Barenboim und der Metropolitan Opera New York unter James Levine wird René Pape 2006 bei Konzerten und Operngalavorstellungen in Japan mitwirken. Im
Mozartjahr 2006 singt er auch die Titelpartie in »Don Giovanni« an der Lindenoper, in Las Palmas und auf Teneriffa (konzertant), den Sarastro bei den Salzburger Festspielen sowie an der MET
in New York wie auch bei einer Filmproduktion der »Zauberflöte« in der Regie von Kenneth Brannagh.
Neben seinen Aufgaben im Bühnenbereich entfaltet René Pape eine intensive
Konzerttätigkeit. Er ist Solist der internationalen Spitzenorchester und tritt mit so bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Kurt Masur, Semyon Bychkov, Zubin Mehta,
Antonio Pappano, Wolfgang Sawallisch, Lorin Maazel, Riccardo Muti, Sir Colin Davis und James Levine auf. Im Rahmen der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche singt René Pape im November
2005 in Beethovens »Missa Solemnis« mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Chor der Sächsischen Staatsoper unter Fabio Luisi - das Konzert wird von ARTE ausgestrahlt. Zudem runden
zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenproduktionen (u. a. bei TELDEC, DECCA, EMI, BMG, DGG) das Bild einer interessanten und vielseitigen Künstlerpersönlichkeit ab.
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