Oper: Ariodante
 

Ariodante

Von:
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Text nach dem Libretto: Ginevra, Principessa di Scozia von Antonio Salvi
Uraufführung: 8. Januar 1735 (London, Covent Garden Theatre)

Zur Inszenierung des Badischen Staatstheater Karlsruhe im Rahmen der 33. Händelfestspiele:

Premiere:
19. Februar 10

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Regie und Ausstattung: Peer Boysen
Dramaturgie: Annabelle Köhler

Il Rè di Sozia: Mika Kares
Ginevra: Kirsten Blaise
Ariodante: Franco Fagioli
Lurcanio: Bernhard Berchtold
Dalinda: Diana Tomsche
Polinesso: Ewa Wolak
Zwei Geistliche des Königs: Barbara de Koy / Benito Marcelino

www.staatstheater.karlsruhe.de

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:

Premiere:
28. März 04
Wiederaufnahme: 25. Mai 07

Musikalische Leitung:
Felice Venanzoni
Inszenierung: Achim Freyer / Friederike Rinne-Wolf
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: James McNamara / Alan Barnes
Bühnenbild: Claudia Doderer / Achim Freyer
Kostüme und Figurenentwürfe: Amanda Freyer
Kostüme und Figurengestaltung: Barbara und Günter Weinhold
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Licht: Achim Freyer
Chor: Alessandro Zuppardo

Ariodante:
Nino Surguladze
Polinesso: Daniela Pini
König: Soon-Won Kang
Ginevra: Svetlana Doneva
Lurcanio: Nicholas Phan
Dalinda: Britta Stallmeister
Odoardo: Jussi Myllys

Ariodante, das 1734 nach Ariost verfasste „dramma per musica“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759) behandelt das Thema der zu Unrecht verleumdeten Frau. Die Inszenierung von Theateraltmeister Achim Freyer aus der Spielzeit 2003/04, die nun zum zweiten Mal wiederaufgenommen wird, war nicht nur beim Publikum ein großer Erfolg: „Einen vitaleren und packenderen Händel hat man kaum gesehen“ und „Ein musikdramatisch hochklassiger Händel-Abend“ – so war in der Presse nach der Premiere am 28. März 2004 zu lesen.

Zum Inhalt: Ginevra, die Verlobte Ariodantes, wird durch den von ihr abgewiesenen Polinesso der Untreue bezichtigt. Dieser überredet Dalinda, ihm in Ginevras Kleid nachts die Tür ihrer Kammer zu öffnen. Ariodante ist verzweifelt über die vermeintliche Treulosigkeit seiner Geliebten und flieht. Lurcanio berichtet, dass er sich ins Meer gestürzt habe. Der König beweist durch ein Gottesgericht die Unschuld seiner Tochter Ginevra: Lurcanio verwundet Polinesso tödlich. Ariodante, dem Dalinda den Betrug gestanden hat, kehrt zurück. Der sterbende Polinesso gesteht seine Schandtat, die Liebenden finden endlich wieder zusammen.

Die musikalische Leitung der Produktion liegt erstmals bei Studienleiter Felice Venanzoni, der sich bereits mit seinen Frankfurter Monteverdi-Dirigaten sowie mit Händels Agrippina einen Namen als vorzüglicher Interpret barocker Musik gemacht hat. In dieser Saison führen ihn zudem Repertoirevorstellungen von Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in patria zurück ins Bockenheimer Depot. Die georgische Mezzosopranistin Nino Surguladze sang in der Premiere noch den Bösewicht Polinesso und kehrt nun in der Titelpartie desselben Werkes an den Main zurück. Doch weist die Besetzungsliste dieser Wiederaufnahme-Serie auch neue Namen auf: Die italienische Mezzosopranistin Daniela Pini (Polinesso) präsentierte sich hier u.a. in der Titelpartie von Rossinis Cenerentola. Die aus Bulgarien stammende Sopranistin Svetlana Doneva (Ginevra) war in Frankfurt auch als Verdis Traviata erfolgreich, während Nicholas Phan (Lurcanio) am Ende der vergangenen Saison als Don Polidoro in Mozarts La finta semplice im Bockenheimer Depot zu erleben war. Ensemblemitglied Jussi Myllys, dem Opernpublikum als Wenzel (Die verkaufte Braut), Tamino (Die Zauberflöte) und Egeo / Sole (Giasone) vertraut, übernimmt nun die Partie des Odoardo. Wie in der Premiere singen Soon-Won Kang den König und Britta Stallmeister die Dalinda. [© Oper Frankfurt]

Preise: € 11 bis 65 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise.

Zur Inszenierung des Deutschen Nationaltheater Weimar:

Premiere:
16. Februar 07 (e-werk)

Mit Georg Friedrich Händels „Ariodante“ bringt das Deutsche Nationaltheater Weimar nach Veracinis „Wie es Euch gefällt“ und Galuppis „Die verkehrte Welt“ erneut eine Barockoper auf die Bühne des e-werks. Regie führt wieder Michael Dißmeier, der in dem außergewöhnlichen Ambiente der Spielstätte am Kirschberg nun bereits zum dritten Mal ein Werk dieser Kunstepoche in Szene setzt. Unter der musikalischen Leitung von Marco Comin und in der Ausstattung von Bodo Demelius erlebt die Inszenierung am Freitag, 16. Februar 2007, um 19.30 Uhr hier ihre Premiere.

„Ariodante“, im Januar 1735 im Londoner Covent Garden Theatre herausgebracht, entstammt einer der produktivsten Phasen des bereits seit 1712 dauerhaft in London ansässigen Komponisten. In kaum einem zweiten Werk findet sich eine ähnlich dichte Folge zum einen überwältigend schöner, zum anderen faszinierend effektvoller Arien aus seiner Feder. Allein die Titelpartie, entstanden für den berühmten Altisten Giovanni Carestini, ist eine der vielschichtigsten und virtuosesten des gesamten händelschen Opernschaffens.

Der Ritter Ariodante und Ginevra, die Tochter des Königs, sind ein Paar, das durch eine grausam perfekte Intrige des Herzogs Polinesso auseinander gebracht wird. Er will Ginevra heiraten, um auf den Thron zu gelangen. Polinesso überzeugt die Hofdame Dalinda, sich als Ginevra zu verkleiden und sich nachts mit ihm zu treffen. Ariodante ist dabei anwesend, glaubt dem, was er sieht und entschließt sich zum Selbstmord. Ariodantes Bruder, der den Tod rächen will, klagt Ginevra des Treuebruchs an; es kommt zum Gottesgericht, bei dem ein schwarzer Ritter erscheint...

Zentraler Inhalt der Oper ist das Machtstreben ihrer Handlungsträger, dem anfangs noch die Liebe als scheinbar reale Insel der Seligkeit gegenübersteht. Doch die Gier nach Macht streut Neid, Hass und Misstrauen, die allmählich jeden Funken von Glück auslöschen und unmöglich machen. Hier herrscht Krieg – ein Krieg, in dem Liebe lediglich vorübergehend als Mittel zum Zweck legitim und „sinnvoll“ erscheint und mit umso schärferem Zynismus abgeschrieben werden kann, sobald sie ihren Zweck erfüllt hat. Völlige emotionale Leere steht am Ende des ohne Rücksicht auf Verluste geführten Kampfes. Zwar ist der Intrigant vernichtet, was bleibt, ist dennoch nichts als Erschöpfung am Rande der Selbstaufgabe.

In der Weimarer Inszenierung von Michael Dißmeier kommt Händels Oper in italienischer Sprache mit deutschen Dialogen nach dem Originallibretto „Ginevra, Principessa di Scozia“ von Antonio Salvi zur Aufführung. Es singen und spielen Ulrika Strömstedt (Ariodante), Marietta Zumbült (Ginevra), Christiane Bassek (Polinesso), Heike Porstein (Dalinda), Jean-Noel Briend (Lurcanio) und Jens Söndergaard (Der König von Schottland). Es spielt die Staatskapelle Weimar.


Marco Comin geboren 1976 in Venedig, studierte Klavier bei Prof. Lovato und Komposition bei Prof. Priori am Conservatorio Di Musica Benedetto Marcello Venedig sowie Geschichte an der Università Ca' Foscari Venedig. Von 2000-2004 absolvierte er ein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Prof. Hans-Dieter Baum und Prof. Christian Ehwald.
Er leitete Konzerte mit den Berliner Symphonikern, dem Berliner Sinfonie-Orchester und der Magdeburgischen Philharmonie und ist musikalischer Leiter des Linos Kammerorchesters Berlin und der Solisti in Villa. Als Pianist arbeitete er u.a. mit Julia Varady, Scot Weir, Christine Schäfer, Nadia Michael und Sherman Lowe zusammen.
Seit Beginn der Spielzeit 2005/06 ist Marco Comin als Zweiter Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater Weimar engagiert. Hier hat er seitdem Aribert Reimanns Melusine, Rossinis Othello, Offenbachs Pariser Leben, den Sommernachtstraum (nach Purcell), die Märchenoper Die Schneekönigin und den Musiktheater-Doppelabend Das Wundertheater/Der Kaiser von Atlantis dirigiert. In der Spielzeit 2006/07
übernimmt er die musikalische Leitung von Nino Rotas Florentiner Hut und Händels Ariodante sowie die Wiederaufnahme des Nabucco und dirigiert Mozarts Così fan tutte.

Michael Dißmeier studierte Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Von 1995-98 war er als Dramaturg und Regisseur am Hans-Otto-Theater Potsdam engagiert. Anschließend arbeitete er freiberuflich unter anderem an Barockopern-Ausgrabungsprojekten, übersetzte Antigone (Sophokles) und verfasste das Schauspiel Carmen. Eine Recherche (UA: 22.10.99, Landestheater Dinslaken). Nach einer einjährigen Tätigkeit als Regieassistent und Dramaturg am Theater Lübeck (1999-2000) wurde er vom Deutschen Nationaltheater Weimar als Regisseur und Dramaturg engagiert. Hier inszenierte er Die Könige von Thule - Goethe-Vertonungen (2001), die Deutsche Erstaufführung der Barockoper Wie es Euch gefällt von Francesco Maria Veracini (2001), ebenso die Barockoper Die verkehrte Welt, oder Die Herrschaft der Frauen von Baldassarre Galuppi (2002), Mann und Frau. Italienisches Liederbuch von Hugo Wolf (2003) und Verdis Il Trovatore (2004). Nach Smetanas Die verkaufte Braut (2004) folgt in dieser Spielzeit von ihm mit Händels Ariodante eine weitere Regiearbeit am DNT Weimar im Bereich der Barockoper.
Als Produktionsdramaturg begleitet er zudem zahlreiche Musiktheater-Inszenierungen.

Der Schweizer Bodo Demelius, geb. 1960, studierte nach einem Volontariat am Theater St. Gallen an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach einer Beschäftigung als Ausstatter am Ulmer Theater (1990-92) wurde er Assistent des Bühnenbildners Erich Wonder und war an zahlreichen großen Theatern und Opernhäusern tätig, u.a. an der Mailänder Scala, am Opernhaus Zürich, an der Staatsoper Wien und an der Bayerischen Staatsoper München. Er entwarf zahlreiche eigene Bühnenbilder u.a. an den Theatern von Bern, Trier, Würzburg, Ingolstadt und am Thalia Theater Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jürgen Flimm. Von 1995 bis 2005 war er Lehrbeauftragter für Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Händels Oper Ariodante ist seine dritte Arbeit in Weimar, er stattete am DNT bereits Verdis Trovatore und Smetanas Verkauften Braut aus. [© Deutsches Nationaltheater Weimar]

www.nationaltheater-weimar.de

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