Oper: Arabella
 

Arabella
Lyrische Komödie in drei Aufzügen

Von: Richard Strauss
Text: Hugo von Hofmansthal

Uraufführung: 1. Juli 1933 (Dresden, Dredsner Staatsoper)

Zur Inszenierung der Oper Frankfurt:
Kooperation mit der Göteborgs Operan, mit freundlicher Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Premiere: 25. Januar 09
Wiederaufnahme Saison 2009/2010: 11. September 09
Weitere Vorstellungen: 18., 20., 26. September, 3. (15.30 Uhr, mit kostenloser Kinderbetreuung), 9. Oktober 2009
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Preise: € 11 bis 77 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr (außer an der Vorverkaufs- und Abendkasse der Oper Frankfurt)

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle /
Roland Böer
Inszenierung: Christof Loy
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Choreographische Mitarbeit: Thomas Wilhelm
Dramaturgische Betreuung: Agnes Eggers
Chor: Matthias Köhler

Graf Waldner, Rittmeister a.D. : Alfred Reiter /
Alfred Reiter
Adelaide, seine Frau: Helena Döse / Helena Döse
Arabella, seine Tochter: Anne Schwanewilms / Camilla Nylund
Zdenka, seine Tochter: Britta Stallmeister / Juanita Lascarro
Mandryka: Robert Hayward / Wolfgang Koch / Simon Neal (Oktober 2009)
Matteo, Jägeroffizier: Richard Cox / Richard Cox
Graf Elemer, Verehrer Arabellas: Peter Marsh / Peter Marsh
Graf Dominik, Verehrer Arabellas: Dietrich Volle / Dietrich Volle
Graf Lamoral, Arabellas Verehrer: Florian Plock / Florian Plock
Die Fiakermilli: Susanne Elmark / Alexandra Lubchansky / Susanne Elmark (Oktober 2009)
Eine Kartenaufschlägerin: Barbara Zechmeister / Barbara Zechmeister

u.a.
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

Zur Wiederaufnahme in der Saison 2009/2010:
Arabella von Richard Strauss (1864-1949) in der Sicht von Christof Loy gehört zu den großen Erfolgen der Spielzeit 2008/09 an der Oper Frankfurt. Publikum und Presse waren gleichermaßen begeistert. Eine nach der Premiere am 25. Januar 2009 ausgestrahlte Radiokritik schloss mit der Feststellung: „So gelingt Christoph Loy in Frankfurt erneut der große Wurf: Strauss malt in seiner Arabella Seelengemälde – und Loy kreiert den Bilderrahmen dazu, passgenau, mit viel psychologischem Feingespür.“ 2008 wurde er im Rahmen der Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt zusammen mit Hans Neuenfels zum „Regisseur des Jahres“ gekürt. Der Oper Frankfurt durch zahlreiche Inszenierungen verbunden, wird er auch zukünftig weiterhin am Main arbeiten. Doch zuvor erfolgt nun die erste Wiederaufnahme seiner Arabella, wobei der Besetzungszettel einige neue Namen aufweist:
Die musikalische Leitung übernimmt Roland Böer von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle. Der ehemalige Kapellmeister der Oper Frankfurt ist inzwischen freiberuflich tätig. Von 2009 bis 2011 wird er als musikalischer Leiter des Festivals „Cantiere Internazionale d’Arte“ in Montepulciano wirken. Weitere aktuelle Aufgaben sind eine Neuproduktion von Humperdincks Hänsel und Gretel am Stadttheater Bern und die Wiederaufnahme von d’Alberts Tiefland – einer Frankfurter Koproduktion – an der Volksoper Wien. Im Frühjahr 2011 wird er zudem mit Die Zauberflöte an der Mailänder Scala debütieren.
In der Titelpartie kehrt die finnische Sopranistin Camilla Nylund nach Frankfurt zurück, wo sie 2006/07 bereits als Elisabeth in Wagners Tannhäuser einsprang. Die Künstlerin war von 1999 bis 2001 Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper und wurde 2008 zur Sächsischen Kammersängerin ernannt. Zudem tritt Camilla Nylund regelmäßig an zahlreichen bedeutenden Bühnen Europas auf.
Aus dem Ensemble singt Juanita Lascarro erstmals die Zdenka. 2008/09 gastierte sie u.a. in d’Alberts Tiefland am Gran Teatre del Liceu in Barcelona sowie in der britischen Erstaufführung von Martinůs Mirandolina beim Garsington Festival. 2009/10 stehen neben ihren Frankfurter Verpflichtungen Auftritte als Prinzessin Laoula in Dale Duesings Neuinszenierung von Chabriers L’étoile an der Staatsoper Unter den Linden Berlin in ihrem Kalender.
Als Mandryka steigt der Bariton Wolfgang Koch neu in die Produktion ein. In Frankfurt feierte er 2008/09 einen überragenden Erfolg in der Titelpartie von Aribert Reimanns Lear und wird 2009/10 als Kardinal Borromeo in der Wiederaufnahme von Pfitzners Palestrina hierher zurückkehren. Seine Karriere führt ihn zudem regelmäßig an die Staatsopern von Hamburg, Berlin, Stuttgart, München und Wien. Mit ihm alterniert der britische Bariton Simon Neal vom Theater Dortmund.
Die russische Koloratursopranistin Alexandra Lubchansky (Die Fiakermilli) gastierte an der Oper Frankfurt bereits 2004 als Blondchen in Mozarts Die Entführung aus dem Serail, 2006 als Ninetta in Mozarts La finta semplice und 2008 in den konzertanten Aufführungen von Pintschers L’espace dernier.
In allen weiteren Partien sind erneut die Sängerinnen und Sänger der Premierenserie vertreten.

Zur Premiere in der Saison 2008/2009:
Arabella ist die letzte gemeinsame Arbeit von Richard Strauss (1864-1949) und seinem langjährigen Librettisten Hugo von Hofmannsthal (1874-1929). Strauss bemängelte an Hofmannsthals ersten Entwürfen nach eigenen literarischen Vorlagen zunächst das Fehlen eines echten Konfliktes und drängte den Dichter zu zahlreichen Änderungen. Im Zuge der Umarbeitung entstand aus einem banalen Komödienstoff ein lebendiges Gesellschaftsbild des biedermeierlichen Wien der 1860er Jahre. Die Titelfigur entwickelt sich darin vom unbedarften Mädchen zur gereiften Frau. Die Uraufführung 1933 in Dresden bescherte Strauss einen großen Erfolg und begünstigte die rasche Verbreitung des Werkes. In Frankfurt war Arabella zuletzt 1973 in der Regie von Rudolf Steinboeck und unter der musikalischen Leitung von Klauspeter Seibel zu erleben.

Zum Inhalt: Graf Waldner befindet sich in einer finanziellen Misere, der durch eine reiche Verheiratung seiner bildschönen Tochter Arabella Abhilfe geschaffen werden soll. Die jüngere Tochter Zdenka hingegen wird als Sohn Zdenko ausgegeben, da sich der standesgemäße Unterhalt zweier Töchter als finanziell unmöglich erweist. Auf dem Fiakerball verliebt sich die wählerische Arabella in den vermögenden Gutsherren Mandryka. Das Glück scheint perfekt, die finanzielle Lage gerettet, bis sich Zdenka – die Identität ihrer Schwester vortäuschend – eines verschmähten Verehrers Arabellas tröstend annimmt. Mandryka fühlt sich daraufhin betrogen und fordert den vermeintlichen Nebenbuhler zum Duell, welches durch das Schuldbekenntnis Zdenkas im letzten Moment verhindert werden kann.

Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit der Göteborgs Operan, wo sie am 25. November 2006 in der Regie von Christof Loy Premiere feierte. Loy wurde kürzlich im Rahmen der Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt zusammen mit Hans Neuenfels zum „Regisseur des Jahres“ gekürt. Die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der bereits 2003 in Frankfurt mit Strauss’ Frau ohne Schatten äußerst erfolgreich war. In der Titelpartie gibt Anne Schwanewilms ihr Rollendebüt, nachdem sie im Juni 2008 in der Liederabend-Reihe der Oper Frankfurt für die erkrankte Deborah Polaski eingesprungen war. Die Künstlerin gilt an internationalen Opernhäusern und -festivals als gefragte Strauss-Interpretin. Der Bariton Robert Hayward (Mandryka) stellte sich dem Frankfurter Publikum bereits in der Titelpartie von Dallapiccolas Il prigioniero sowie als Simone in Zemlinskys Eine florentinische Tragödie vor. Susanne Elmark (Fiakermilli) stammt aus Dänemark, wo sie u.a. regelmäßig am königlichen Opernhaus Kopenhagen gastiert. Ein Wiedersehen gibt es mit der Sopranistin Helena Döse (Adelaide), die von 1983 bis 1995 Frankfurter Ensemblemitglied war. Angeführt von Britta Stallmeister (Zdenka) sind in allen weiteren Partien Gäste, Ensemblemitglieder und ein Chorsolist der Oper Frankfurt besetzt. [© Text: Oper Frankfurt]

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen. 

Arabella / Göteborg Operan © Ingmar Jernberg
Arabella
Produktion der Göteborg Operan, 2006
Arabella (Nina Stemme)
Foto:
Ingmar Jernberg

Zur Inszenierung der Göteborg Operan:
Kooperation mit der Oper Frankfurt

Premiere: 25. November 06

Musikalische Leitung: Olaf Henzold
Regie: Christof Loy
Bühne und Kostüme: Herbert Murauer
Licht: Reinhard Traub

Graf Waldner, Rittmeister a.D. : Anders Lorentzson
Adelaide, seine Frau: Helena Holmberg
Arabella, seine Tochter: Nina Stemme
Zdenka, seine Tochter: Kristina Hansson
Mandryka: Anders Larsson
Matteo, Jägeroffizier: Johan Weigel
Graf Elemer: Ingemar Anderson
Graf Dominik: Harald Tjelle
Graf Lamoral, Arabellas Verehrer: Markus Schwartz
Die Fiakermilli: Eir Inderhaug
Eine Kartenaufschlägerin: Ulrika Tenstam
Portier: Iwar Bergkwist
Welko: Joel Rosenlund
Djura: Erik Enqvist
Jankel: Markus Liljedahl
Card player 1: Patrik Stinzing
Card player 2: Per-Anders Hedlund
Card player 3: Jonas Landström

Göteborg Opera Orchestra and Chorus, and extras

Aufführungsdauer: ca 3 h 45 min., incl. 2 Pausen

www.opera.se

Zur Inszenierung am Theater Regensburg

Premiere:
31. März 06
Einführungsmatinee: 26. März 2006, Eintritt frei
Weitere Aufführungen: 9./16. April, 20. Mai, 1./6./25. Juni, 4./12./14. Juli 2006 (Änderungen vorbehalten)

Musikalische Leitung: Raoul Grüneis
Inszenierung: Ernö Weil
Bühne: Konrad Kulke
Kostüme: Reinhard Heinrich
Choreinstudierung: Karl Andreas Mehling

Mit:
Silvia Fichtl / Gesche Geier / Katharina E. Leitgeb / Ruth Müller / Melanie Schneider / Ilonka Vöckel; Robert Hebenstreit / Kalle Koiso-Kanttila / Adam Kruzel / Martin-Jan Nijhof / Jóhann Smári Saevarsson / Jin-Ho Yoo
Opernchor und Extrachor des Theaters Regensburg, Philharmonisches Orchester Regensburg

Nachdem Graf Waldner seine Familie in den finanziellen Ruin manövriert hat, setzt er auf eine andere Karte: Tochter Arabella - mit allen äußeren Vorzügen ausgestattet - soll verheiratet werden. Reich natürlich und an einen alten kroatischen Regimentskameraden. Um nur Arabellas Vorzüge allein und vordringlich ins rechte Licht zu rücken, hat Waldner andererseits seine jüngere Tochter Zdenka in Männerkleider gesteckt und gibt sie als Zdenko aus. Den alten Regimentskameraden Mandryka erreicht Waldners Brief allerdings nicht mehr, wohl aber seinen Neffen. Das beigelegte Bild Arabellas tut seine Wirkung, und bald ist man sich einig, zumal auch Arabella auf dem Fiaker-Ball an dem jungen Mann sofort Gefallen findet. Die Sanierung der Waldnerschen Familie scheint auf bestem Wege, gäbe es da nicht einen jungen Jägeroffizier, der auch in Arabella unsterblich verliebt ist, Eindruck allerdings nicht auf sie, sondern auf Zdenka macht ....

"Arabella", die letzte gemeinsame Arbeit von Richard Strauss und seinem kongenialen Textdichter Hugo von Hofmannsthal, ist zu einem musikdramatischen Abgesang einer Gesellschaft geworden, die sich selbst überlebt hat. Laut Angabe im Textbuch spielt die Oper in Wien um 1860, in der Zeit also, in der die absolute Monarchie schon in eine parlamentarische umgewandelt worden war. In Wirklichkeit jedoch war die vorgestellte Gesellschaft jedoch die jahrhundertealte, multi-ethnische und vielsprachige der k.u.k.-Monarchie. Das Wien, in dem man im Walzertakt dem Untergang der Donaumonarchie entgegentanzte, bildet die Kulisse von "Arabella".


Text:
Theater Regensburg (externer Link)
 

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