Oper: Agrippina
 

Agrippina
Oper in drei Akten

Von: Georg Friedrich Händel
Text von: Vincenzo Grimani
Uraufführung: Ende 1709 oder Anfang 1710 (Venedig, Teatro Giovanni Grisostomo)

Zur Inszenierung der Oper Zürich:

Premiere:
10. Mai 09

Musikalische Leitung: Marc Minkowski
Inszenierung: David Pountney
Bühnenbild: Johan Engels
Kostüme: Marie-Jeanne Lecca
Choreographie:: Beate Vollack
Lichtgestaltung: Jürgen Hoffmann

Besetzung:

Agrippina:
Vesselina Kasarova / Salomé Haller
Poppea: Eva Liebau
Ottone: Marijana Mijanovic´
Nerone: Anna Bonitatibus
Giunone: Wiebke Lehmkuhl
Claudio: László Polgár
Pallante: Ruben Drole
Narciso: José Lemos
Lesbo: Gabriel Bermúdez
 
Orchestra «La Scintilla» der Oper Zürich


Marc Minkowski wurde 1962 in Paris geboren und begann seine Laufbahn als Fagottist. Nach ersten Erfahrungen als Dirigent in Frankreich studierte er in den USA Orchesterleitung bei Charles Bruck an der Pierre Monteux Conducting School. 1982 gründete er sein Ensemble «Les Musiciens du Louvre», mit dem zahlreiche preisgekrönte Einspielungen entstanden sind. Schwerpunkt des Ensembles ist barockes und klassisches Repertoire auf historischen Instrumenten. Seit seinem Debüt 1996 mit «Idomeneo» an der Opéra de Paris nimmt Mozart einen wichtigen Platz in seinem Repertoire ein. So dirigierte er «Die Entführung aus dem Serail» und «Mitridate» bei den Salzburger Festspielen, «Le Nozze di Figaro» mit dem Mahler Chamber Orchestra in Aix-en-Provence, Baden- Baden und Tokio, «Die Zauberflöte» in Montpellier, Bochum und an der Opéra de Paris. Im französischen Repertoire stehen bekannte Werke neben Wiederentdeckungen: «La Dame Blanche» an der Opéra-Comique Paris, «Le Domino Noir» am Teatro La Fenice Venedig, «Robert le Diable» an der Staatsoper Berlin, ein Offenbach-Zyklus mit Regisseur Laurent Pelly in Paris, Lyon, Genf und Lausanne sowie «Pelléas et Mélisande» an der Oper Leipzig und an der Opéra-Comique. Seit einigen Jahren widmet sich Marc Minkowski verstärkt dem sinfonischen Repertoire und dirigiert neben dem Mahler Chamber Orchestra auch die Berliner Philharmoniker, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra, das Orchestre de Paris und die Staatskapelle Dresden. Am Opernhaus Zürich war er u.a. mit Händels «Il trionfo del tempo» und «Giulio Cesare», Rameaus «Les Boréades» sowie Beethovens «Fidelio» zu erleben. Marc Minkowski ist «Chevalier du Mérite» und «Officier des Arts et Lettres».

David Pountney studierte in seiner Heimatstadt Oxford und an der Universität Cambridge. Sein internationaler Durchbruch als Regisseur gelang ihm 1972 mit «Katia Kabanová» beim Wexford Festival. 1975-80 war er Szenischer Leiter der Scottish Opera, wo er – in Zusammenarbeit mit der Welsh National Opera – mit seinem Janácˇek-Zyklus Aufsehen erregte. Als Szenischer Leiter der English National Opera inszenierte er 1983-93 neben vielen anderen Werken «Dr. Faustus», «Rusalka», «Hänsel und Gretel», «The Fairy Queen» und «Lady Macbeth von Mzensk». In seiner Regie wurden Glass’ «Satyagraha» (Rotterdam) und «The Voyage» (New Yorker Met) sowie Werke von Maxwell Davies, Holloway, Harvey, Blake und Osborne uraufgeführt. Regelmässig arbeitet er an der Wiener Staatsoper («Rienzi», «Guglielmo Tell», «Jenu° fa»), Zürich («La Fanciulla del West», «Boris Godunow», «Simplicius», «L’Amore dei tre re», «Macbeth», «Benvenuto Cellini», «Der fliegende Holländer», «Peter Grimes», «L’Étoile» und «La Juive») und bei den Bregenzer Festspielen. Beim Orkney Festival führte er bei «Mrs. Emmet Takes a Walk» Regie, einem neuen Musiktheater von Peter Maxwell Davies, wofür David Pountney das Libretto verfasste. Für seine Martinu° -Inszenierungen von «Julietta» (Opera North) und «The Greek Passion» (Bregenz/London) wurde er in Prag mit der Martinu° -Medaille ausgezeichnet. Zu den Inszenierungen der jüngsten Zeit gehören «Moses und Aron» an der Bayerischen Staatsoper, «Lulu» in Tokio, «Die Soldaten» bei der RuhrTriennale und «La forza del destion» an der Wiener Staatsoper. Für seine Tätigkeit wurden David Pountney die Titel «Commander of the British Empire» und «Chevalier des Arts et Lettres» verliehen. David Pountney ist Intendant der Bregenzer Festspiele.

Marie-Jeanne Lecca wurde in Bukarest geboren; dort studierte sie an der Akademie der Schönen Künste. Heute lebt sie in London und arbeitet als Bühnen- und Kostümbildnerin vor allem im Bereich Oper. Ausstattungen schuf sie u.a. in Dallas (Uraufführung «Thérèse Raquin»), an der English National Opera («Falstaff», «Pelléas et Mélisande», «Der steinerne Gast») sowie an den Opernhäusern von Minnesota, Houston, und Seattle («Carmen»). Kostüme entstanden für «Chowanschtschina» an der Welsh National Opera, Zimmermanns «Die Soldaten» bei der RuhrTriennale, Martinu° s «The Greek Passion» (Olivier Award), «Wozzeck» und den «Ring des Nibelungen » am Royal Opera House Covent Garden, «Julietta», «Der Zwerg» und «Die sieben Todsünden» an der Opera North (South Bank Show Award), «Moses und Aron», und «Katja Kabanova» an der Bayerischen Staatsoper in München, «Maskerade» und «West Side Story» bei den Bregenzer Festspielen, «Turandot» bei den Salzburger Festspielen, «L’Étoile», «Peter Grimes», «Macbeth» und «La Juive» in Zürich, «Jenu°fa» und «Rienzi» an der Wiener Staatsoper, «Salammbô» und «Guillaume Tell» an der Opéra de Paris, «Die Nase» in Amsterdam, «The Turn of the Screw» am Théâtre de la Monnaie in Brüssel sowie «Der Freischütz» und «Die Ausflüge des Herrn Broucˇ ek» an der English National Opera. Für «Julietta» und «The Greek Passion» wurde sie mit der Medaille der Martinu° -Gesellschaft ausgezeichnet. Für «Maskerade» erhielt sie in der Zeitschrift «Opernwelt» eine Nominierung als «Kostümbildnerin des Jahres». Für die BBC Wales schuf sie die Kostüme für Menottis «Amahl and the Night Visitors». 2003 gehörte Marie-Jeanne Lecca zum britischen Team, das bei der Prager Triennale mit der «Goldenen Triga» ausgezeichnet wurde. [© Oper Zürich]

www.opernhaus.ch 

Zur Inszenierung der Wiener Kammeroper:

Premiere:
01. Februar 07

Musikalische Leitung: Bernhard Klebel
Inszenierung: Peter Pawlik
Ausstattung: Cordelia Matthes
Lichtdesign: Harry Michlits

Besetzung:

Claudio:
Philip Zawisza
Agrippina: Wiebke Huhs
Nerone: Marelize Gerber
Poppea: Romana Beutel
Ottone: Alexander Plust
Pallante: Valmar Saar
Narciso: Armin Gramer
Lesbo: Sebastian Huppmann
Barockorchester der Wiener Kammeroper auf Originalinstrumenten

www.kammeroper.at
 

Zur Inszenierung an der Oper Frankfurt:

Premiere:
23. Juni 06
Wiederaufnahme in der Saison 2006/07: 24. August 06

Musikalische Leitung: Felce Venanzoni
Inszenierung: David McVicar
Bühnenbild und Kostüme: John Macfarlane
Licht: Paule Constable
Beleuchtungseinrichtung: Robert Brasseur
Bewegungscoach: Andrew George

Besetzung:

Agrippina:
Juanita Lascarro
Nerone: Malena Ernman (Wiederaufnahme Saison 2006/07 auch Kristina Hammarström (8., 10., 14., 16., 22. & 25. September 06))
Poppea: Anna Ryberg
Claudio: Simon Bailey
Ottone: Lawrence Zazzo (bei der Wiederaufnahme in der Saison 2006/07 alternierend mit William Towers)
Pallante: Soon-Won Kang (Wiederaufnahme Saison 2006/07: Florian Plock)
Narciso: Christopher Robson
Lesbo: Gérard Lavalle

Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester und Orchester-Gäste

Neueinstudierung einer Produktion des Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel, mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper.

Besprechung auf kulturfreak.de


Agrippina ist die zweite und letzte Oper, die Georg Friedrich Händel (1685-1759) während seiner Italienreise von 1706 bis 1710 schrieb. Mit ihrer kompositorischen Eindringlichkeit und ihren sinnlichen Facetten gilt das am 26. Dezember 1709 in Venedig uraufgeführte Werk nicht nur als Höhepunkt von Händels erster Schaffensperiode, sondern auch als „Motivdepot“ für die späteren, in London komponierten Opern.

Zum Inhalt: Um ihrem Sohn Nerone den Kaiserthron zu sichern, ist Agrippina jedes Mittel recht. Sie lässt ihren Ehemann Claudio für tot erklären und spielt ihre beiden Verehrer Pallante und Narciso gegeneinander aus. Noch dazu versucht sie, die schöne, von Claudio und Nerone ebenso wie von Claudios General Ottone begehrte Poppea vor den Karren einer Intrige zu spannen. Am Ende verzichtet Claudio zugunsten Nerones auf den Kaiserthron. Ottone entsagt der Macht und heiratet Poppea. Agrippina hat ihr Ziel erreicht.

Die Inszenierung des international erfolgreichen schottischen Regisseurs David McVicar feierte ihre Premiere am 2. Mai 2000 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Er zeigt das Werk als aktuelles Satyrspiel, ohne in die bei Händel-Inszenierungen beliebten Albernheiten abzugleiten. Fachpresse und Publikum waren sich einig: Moderner und intelligenter kann man Barockoper kaum spielen. Im Anschluß an die umjubelte Premiere begeisterte die Produktion am Théâtre des Champs-Elysées auch die Pariser Opernfans. Nach der Frankfurter Premieren- und einer Wiederaufnahmen-Serie im Herbst wird die Produktion an der English National Opera gezeigt.

Juanita Lascarro, seit 2002 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, beweist in der Titelpartie einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit. Aus dem Frankfurter Opernensemble sind zudem Simon Bailey (Claudio), Soon-Won Kang (Pallante), Gérard Lavalle (Lesbo) und Anna Ryberg (Poppea) besetzt. Zu den Gästen dieser Produktion gehören Malena Ernman, die in diesem Sommer u.a. als Annio in Mozarts La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen auftreten wird. Die beiden Countertenöre Lawrence Zazzo und Christopher Robson singen die großen Barockpartien an den wichtigsten Musikzentren der Welt. Robson gilt als einer der bedeutendsten Vertreter seines Fachs und ist besonders der Bayerischen Staatsoper in München künstlerisch verbunden. Dort wurde er 2003 zum Kammersänger ernannt. Die musikalische Leitung dieser letzten Premiere der Spielzeit 2005/06 hat Frankfurts GMD Paolo Carignani.

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, per Ticket-Hotline 069 – 13 40 400 oder online unter
www.oper-frankfurt.de (externer Link) erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% .
 

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