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Musical: TOMMY
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The Who’s Tommy
Musik: Pete Townshend Buch: Pete Townshend und Des McAnuff
Song-Texte: Pete Townshend Zusätzlicher Text und Musik: John Entwistle und Keith Moon Deutsche Fassung: Anthony Gebler
Uraufführung:
22. April 1993, St. James Theatre, New York Deutsche Erstaufführung: 28. April 1995, Musiktheater an der Goethestraße, Offenbach Originalrechte:
Music Theatre International, New York Deutsche Rechte: Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH, Wiesbaden
Die Rocklegende Pete Townshend von der erfolgreichen Band “The Who" erzählt in seinem Musical “Tommy" die Geschichte eines blinden Jungen, der trotz seiner Behinderung
zum König der Flipperspieler aufsteigt.
“Tommy" war in den sechziger Jahren zunächst als Rockoper konzipiert. Die sich die Musical-Fassung entwickelte eine brillante Form, die als “MTV des Broadway" bezeichnet
wurde. Dynamische und energiegeladene Klänge verbinden sich zu einer Rock-Show, die vor allem bei einem jugendlichen Publikum großen Anklang findet.
Die Titel “It’s a Boy", “Amazing Journey" und “I‘m Free" stürmten die Hitparaden und machten “Tommy" auch außerhalb der Bühnenfassung bekannt.
[© Text: Verlag Musik & Bühne, Wiesbaden]
Herausragende Lieder:
- See Me, Feel Me – Sensation – Acid Queen – Pinball Wizard – I Believe My Own Eyes
- I’m Free – Listening To You
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Zur Inszenierung des English Theatre Frankfurt:
Premiere: 12. November 11 Spielzeit bis: 1. April 12
Vom 18. bis 29. April 12 gastiert diese Inszenierung im Deutschen Theater München (derzeit in Fröttmaning).
Anschließend wird die Produktion auch bundesweit und im angrenzenden Ausland zu sehen sein:
Nürnberg, Meistersingerhalle Nürnberg: Mo, 30.04.12 + Di, 01.05.12
Aschaffenburg, Stadthalle:Do. 03.05.12 Wolfsburg, Theater Wolfsburg : Fr. 04.05.12 Balingen, Stadthalle Balingen: So, 06.05.12 Freiburg, Konzerthaus Freiburg, Mo, 07.05.12
Erste Bank Wiener Stadthalle, Mi, 9.Mai und Do, 10.Mai 2012 Stuttgart, Liederhalle Beethovensaal, Sa, 12.05.12 Ravensburg, Overschwabenhalle: So. 13.05.12
Brüssel, Vorst Nationaal: Mi. 16.05.12 Gent,Capitole Theater: Do.17.05.12 Düsseldorf, Mitsubishi Electric HALLE: Fr, 18.05.12
Berlin, Admiralspalast – Theater: Sa, 19.05.12+ So, 20.05.12+ Mo, 21.05.12 Dresden, Kulturpalast Dresden: Di, 22.05.12 Halle / Saale, Georg-Friedrich-Händel-HALLE: Do, 24.05.12
Erfurt, Alte Oper Erfurt: Fr, 25.05.12 Bremen, Musical Theater Bremen: Sa, 26.05.12 Hamburg, CCH - Congress Center Hamburg Saal 2: So, 27.05.12 - Stand vom 5. Jan. 12 -
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Regie: Ryan McBryde Musikalische Leitung: Thomas Lorey (auch Keyboards & Piano) Bühnenbild: Diego Pitarch Licht:
Ben Cracknell Ton: Stephan Weber / David Horn Video: Tapio Snellman Kostüme: Eva Weinmann Coreogrefie: Drwew McOnie
Cast:
Tommy / Narrator:
Leo Miles Captain Walker: Mark Powell Mrs Walker: Natalie Langston Uncle Ernie, Fighter Pilot: Jamie Tyler Cousin Kevin, Fighter Pilot, Doctor:
Giovanni Spanó / Craig Rhys Barlow (ab 14. Februar 12) Nurse, Fighter Pilot, Kevin\'s Mother ,Local Lass, Lab Technician, Gypsy, Reporter, Disciple, Mrs Simpson:
Jemma Alexander / Melanie Bright (ab 14. Februar 12)
Assistant Specialist, Aide, Fighter Pilot, First Policeman, Doctor, Kevin\'s Father, Local Lad, Gyspy, Reporter, Disciple, Mr Simpson: James Ballanger / Chris
Theo-Cook (ab 14. Februar 12) Nurse, Fighter Pilot, Minister\'s Wife, Local Lass, Lab Technician, Gypsy Queen, Reporter, Disciple: Kimmy Edwards
Specialist, Fighter Pilot, Judge, Minister, Gypsy King, News Vendor, TV Interviewer, Diciple: Shimi Goodman / Joel Elferink (ab 14. Februar 12)
Nurse, Fighter Pilot, Young Sally, Lab Technician, Gypsy: Katy Hards / Tanya Stephens(ab 14. Februar 12)
Doctor, Fighter Pilot, First Officer, Lover, First Congregation, Family Member, Local Lad, Lab Technician, Gypsy, Security Guard: Simon Hardwick
Fighter Pilot, Second Officer, Second Policeman, Doctor, Second Congregation, Family: Callum Train / Craig Perry (ab 14. Februar 12)
Tommy 6 Jahre:
Béla Hill, Elias Klockow, Emanuel Konietzny, Dario Liotta, Jascha Mössle, Emil Scharfenberg, Devin Schneider, Max Schwartkopff Tommy 12 Jahre:
Maximilian Atta, Moritz Florschütz, kevin Funk, Jan Ole Hellwig, Oliver Ife, Lewis Lenk, Leo Stiebeling, Tim Taucher
“on stage swing“ (Abdecken aller männlichen Rollen bei Ausfall eines Darstellers): Daniel Haslam (ab 14. Februar 12)
Band:
E-Bass: Stefan Kreuscher
Akustik- und E-Gitarre: Christian Lauterbach / Kai Picker Schlagzeug: Thomas Elsner Keyboard: Thomas Lorey / Samuel Schroth / Markus Wessel
Besprechung auf kulturfreak.de
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The Who’s Tommy English Theatre Frankfurt Cousin Kevin (Giovanni Spanó) und Ensemble
© Bobby Anders
Die legendäre Rockoper „Tommy“ – endlich wieder in Frankfurt! Von November bis Februar rockt die Musik von The Who das English Theatre
Das britische Ensemble der Rockoper „Tommy“ kommt frisch und energiegeladen aus London, dem Geburtsort der britischen Kultband „The Who“. Im Flower-Powerjahr 1969
veröffentlichten „The Who“ mit ihrem Konzeptalbum „Tommy“ einen Meilenstein in der Musikgeschichte. Das Album wurde 1998 in die „Grammy Hall of Fame“ mit über 20
Millionen verkauften CDs aufgenommen. Pete Townshend, Gitarrist und kreativer Kopf der Gruppe, erfand die Geschichte des Tommy Walker.
Als Kind sieht Tommy Walker einen Mord mit an – mit verheerenden Auswirkungen. Durch dieses Trauma wird Tommy blind, taub und stumm. Er wird von vermeintlichen
Freunden und sogar seiner Familie über Jahre misshandelt. Schließlich wird Tommy wie durch ein Wunder zum „Pinball Wizard“ (Flipperkönig) und versammelt bald als
Heilsbringer eine große Anhängerschaft um sich. Doch auch als Star nutzt man ihn aus. Als er das erkennt, beschließt er, alles radikal zu ändern...
Das Album von „The Who“ war so erfolgreich, dass es 1975 unter der Regie von keinem geringeren als dem Starregisseur Ken Russel verfilmt wurde. Der Film versammelt
Showbiz-Giganten wie Tina Turner (Acid Queen), Eric Clapton, Jack Nicholson und Elton John (2 Oscar Nominierungen).
Die Geschichte von Tommy hat unbändiges Potential – 1993 steckten Pete Townshend und Des McAnuff ihre kreativen Köpfe zusammen und schrieben die Rockoper Tommy,
die im selben Jahr am Broadway uraufgeführt wurde. Insgesamt spielte das Stück 889 Aufführungen am Broadway und gewann 5 Tony Awards sowie einen Lawrence
-Olivier-Award. Endlich produziert das English Theatre Frankfurt das Erfolgsmusical für die Rhein-Main-Region. Unter der Regie von Ryan McBryde (Hair, The Full Monty, Spring
Awakening) probte ein Ensemble professioneller Musicaldarsteller ab Anfang Oktober in London. Seit dem 31. Oktober 2011 sind sie in Frankfurt, wo sie seit dem 12.
November bis Februar 2012 die Bühne rocken!
Auswahl an Schauspielern und Creative Team:
Natalie Langston (Mrs Walker) Natalie wurde an der "Guilford School of Acting" ausgebildet. Im Theater war sie in folgenden Produktionen zu sehen: Ernestine in Perchance To Dream (Finborough Theatre),
Eva Peron in Evita (UK No. 1 und European Tour), Rizzo in Grease (Piccadilly Theatre), Dorcus in Seven Brides For Seven Brothers (UK No.1 Tour and Haymarket Theatre),
Nancy in Jekyll and Hyde (UK No.1 Tour), Lead Female Vocalist in Spirit Of broadway (China Tour). Fernsehauftritte u.a. in: Anita West Side Story in Howard Goodall’s 20th
Century Greats. Rizzo in Grease The School Musical, als "Backing singer" für die internationale Künstlerin Enya bei Shows wie This Morning und Children In Need.
Mark Powell (Mr. Walker) Die Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte Mark bereits in jungen Jahren in der National Youth Theatre School. Seine Schauspielausbildung schloss er an der Londoner
Mountview Academy of Theatre Arts ab. Anschließend war Mark in Zorro im Garrick Theatre zu sehen. Er übernahm nicht nur die Rolle des Private Ramirez, sondern auch die
des Zorro/Diego und Ramon. Sein West End Debüt machte er in dem Stück Whistle down the Wind (Aldmych). Als zweite Besetzung in der Rolle des Enjolras in Les Miserables
(Palace) sammelte er weitere Erfahrung auf der Theaterbühne. In folgenden Rollen war Mark zu sehen: Phoebus in Notre Dame de Paris (Dominion), Sonny in Grease (Victoria
Palace, Tour durch Japan) und andere. Tourneen durch Großbritannien, in denen Mark mitspielte, waren zum Beispiel:
Jekyll and Hyde, Sunset Boulvard, Guards! Guards!; Rolf in The Sound of Music (BAC); Adam in Schwartz It All About (Finborough); and the world Premier of Imagine This
(Theatre Royal Plymouth). In der Spielzeit 2009/10 war Mark am English Theatre Frankfurt in der Titelrolle des Musicals The Full Monty zu sehen. Letztes Jahr kehrte er mit dem
Europa-Tournee-Musical Evita auch nach Frankfurt - in die Alte Oper- zurück.
Ryan McBryde (Regisseur) Ryan wurde in Leeds geboren, studierte in Liverpool und lebt nun mit seiner Familie in London. Jüngste Arbeiten sind: The Royal Shakespeare Company's 50th Anniversary
Musical Gala, Hamlet! The Musical am The Royal and Derngate, Northampton und Richmond Theatre, welches den Preis: "WhatsOnStage Theatregoers' Choice Award"
gewonnen hat; ferner ein Revival von On The 20th Century am Union Theatre, London; am English Theatre Frankfurt die Deutschlandpremieren von Spring Awakening und The
Full Monty; in England die Weltpremiere von A Day at the Racists (Finborough Theatre / Barking Broadway); die Weltpremiere von Terje Vigen at the Royal Concert Hall, Oslo /
Arts Theatre, London. Und auch im Sprechtheater inszenierte Ryan McBryde am English Theatre Frankfurt bereits Terry Johnson’s Hysteria, Ira Levin’s Deathtrap und die
Bühnenversion nach D.H. Lawrence The Fox. Nach TOMMY wird Ryan am Alten Schauspielhaus Stuttgart Arthur Millers großen Klassiker Hexenjagd inszenieren. [© English Theatre Frankfurt]
www.english-theatre.de
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The Who´s Tommy – Das Musical on Tour
1969 revolutionierte Pete Townshend – Gitarrist und Sänger der Gruppe “The Who” - mit der ersten Rockoper überhaupt das
Rock´N`Roll Business. Die Fans wie auch die Presse waren begeistert von diesem einzigartigen Werk. Millionenverkäufe an Videos, Schallplatten, CDs und DVDs dokumentieren dies eindrucksvoll.
Mitte der 90er Jahre wurde die Rockoper zum ersten Mal als Musical an den Broadway in New York und ins West End
Londons gebracht – mit überwältigendem Erfolg. Auch in Deutschland wurde das Musical in Offenbach für 2 Jahre platziert.
“Miracle Musics” und WiV Entertainment produzieren diese Rockoper als Tourneeproduktion für den europäischen Kontinent,
was die vielen Fans von “The Who” und Tommy im speziellem, mehr als begeistern dürfte. Die Inszenierung von Miracle
Musics orientiert sich sehr stark an der Originalaufnahme von “The Who” aus dem Jahr 1969 und des kurze Zeit später
entstandenen Films von Ken Russell. Aufgrund ihrer Rock´N`Roll-mäßigen Instrumentierung, spiegelt sie die Intention der
Rockoper bei weitem authentischer wider, als es die Musicalversionen in New York und London tun.
Von Friedrichshafen bis Hamburg reicht die Liste der Schauspielhäuser, in denen die deutsche Produktion gastieren durfte.
Von der Tour im Herbst letzten Jahres zeigte sich die Presse begeistert: So schrieb die Westdeutsche Allgemeine Zeitung:
“Die junge, dynamische "Miracle Musics"-Crew sang, tanzte, spielte voller Elan.” Und die Münchner Abendzeitung schrieb:
“Auch das Sänger- und Tänzerensemble lässt den Funken zum Publikum überspringen.”
Die aktuelle Tourproduktion von Tommy genießt Exklusiv-Status – nicht nur in Deutschland sondern in Gesamt-Europa ist
Miracle Musics das einzige Ensemble, das sich der Umsetzung des Stoffes um Selbstfindung und Massenhysterie widmet.
“Uns kommt es bei der Interpretation des Stückes vor allem auf die Naivität und Ursprünglichkeit an, die die Rockmusik der 60er
und 70er so reizvoll machen”, erläutert Marc Kluschat, musikalischer Leiter und Gitarrist der Band.
In diesem Sinne provoziert Miracle Musics. Die Aufführung des Stückes lässt keinen im Saal kalt, das Theater wird so zum
Lebens- und Erlebensraum. Der Zuschauer lässt sich auf das Stück ein, ihm werden die Furcht vor Isolation und die ewig
währende Suche nach seiner “wahren” Persönlichkeit von einem begeisternd aufspielenden Ensemble vor Augen geführt. “Theater muss vorrangig eine Aussage, eine
Botschaft, einen Impetus der Veränderung mit sich tragen. Wer nicht weiß, was er sagen will, sollte sich nicht auf die Bühne begeben”, fasst Regisseur Julian Haas
zusammen, was die Truppe primär bei der Aufführung von Tommy bewegt.
TOMMY – die Rockoper von “The Who” in zeitgemäßer Inszenierung
Die Inszenierung der beiden Regisseure Julian Haas und Jens Kluschat knüpft mit erzählerischer Dichte, rasanten, eindringlichen Szenen und grandioser Rock’n’Roll Band
nahtlos an die erfolgreiche letztjährige Tournee an, entwickelte und interpretierte Handlungsstränge neu, um abermals begeistert von fachkundigen Rock- und Theaterfans gefeiert zu werden.
Statt üppiger Bilder und überladener Kulissen setzt das Ensemble das immer noch aktuelle Epos um Schuld, Verantwortung und Selbstfindung mit einer klaren und kräftigen Sprache in Szene.
Befreit vom üblichen Musical-Kitsch gelingt es “Miracle Musics”, die Story des in sich gefangenen Tommys nah am Original der legendären Rockgruppe “The Who” verblüffend
verständlich und spannend zu präsentieren.
Exzellente, junge Stimmen, perfekt abgestimmt mit einer fulminant abrockenden Band und einem Licht-Design von ausgesuchter Raffinesse versprechen einen mitreißenden
und unvergesslichen Rock’n’Roll Abend.
Die Tour: 2003/2004 ist abgeschlossen
Mehr Infos unter www.miracle-musics.de
Die Story
Großbritannien 1940
. In den Wirren des II. Weltkrieges lernt der Fallschirmspringer Captain Walker seine Frau kennen. Das Glück der beiden ist nur von kurzer Dauer. Während
Mrs. Walker die Geburt ihres Sohnes Tommy erwartet, wird Captain Walker nach Kriegshandlungen vermisst.
1945:
Kriegsende, Walker ist frei! Bei seiner Heimkehr findet er seine Frau in den Armen eines anderen Mannes. Die Situation eskaliert. Der 4-jährige Tommy verfolgt das
Handgemenge im Spiegel und wird so Zeuge des Mordes seines Vaters an dessen Nebenbuhler.
Seine Eltern bedrängen ihn, für immer über die Tat zu schweigen. Das mitangesehene Verbrechen, aber vor allem das grausame Verhalten seiner Eltern traumatisieren den
Jungen und lassen ihn in eine Isolation flüchten, mit deren Hilfe er der Außenwelt entkommen will. Er wird taub, stumm, und blind.
Der Rückzug Tommys in sich selbst leitet seine Suche nach dem wahren ICH ein. Konfrontiert mit Sadismus und sexueller Gewalt, missbraucht von Medizin und Gesellschaft
flüchtet er auf seiner Reise ins ICH vor der Realität. In Visionen begegnet der Junge seinem erwachsenen ICH und wird von diesem geleitet, geführt und gehalten. Nur durch
diesen inneren, starken Halt gelingt es Tommy, nicht an der Außenwelt zu zerbrechen und sich schließlich aus der Isolation zu befreien.
Der medialen Inszenierung seines Talentes zum Flipperspiel folgt die Inthronisierung als Messias, vorangetrieben von einer gnadenlos manipulierenden
Vermarktungsmaschinerie, der es gelingt eine ganze Generation zu blenden. Wieder wird Tommy zum Spielball der Massen und der vermeintlich Mächtigen.
“See me, feel me, touch me, heal me” – sein Flehen, sein wahres ICH zu erkennen und anzunehmen verhallt ungehört in den Köpfen seiner Anhänger.
Am Ende gelingt es Tommy jedoch die Fesseln des Starkults abzustreifen und sich auf seine inneren Begleiter, auf seine Kraft und seine Liebe zurückzubesinnen. Erst dadurch
wird er bereit für einen neuen Anfang, bereit für das Leben.
The Who’s Tommy --- Tour 02/03 --- Pressestimmen
Duisburg, 27.01.03, Duisburger Stadtpost: “Publikum von den Stühlen gerissen – Mit drei Zugaben und einer zerschlagenen Gitarre ganz in der Tradition von The Who, haben sich die Darsteller und Musiker des Musicals
“Tommy” am Samstagabend von den Zuschauern im Theater am Marientor verabschiedet.” “Spätestens bei der Zugabe hielt es niemanden im vollbesetzten Theater mehr auf den Stühlen.”
Hamburg, 27.01.03, Harburger Zeitung:
“Erst nach drei Zugaben - von Dauerapplaus und Jubel begleitet – durfte das Ensemble die Bühne verlassen.”
Kassel, 30.12.02, Hessische/Niedersächsische Allgemeine: “Eine junge, dynamische Crew spielt, tanzt und singt Pete Townshends zeitlos gute Psycho-Story ...”
Offenbach, 30.12.02, Offenbach Post: “Spontan umarmt sich ein Pärchen während der Zugabe, dem Song “Tommy, can you hear me, can you see me?” ... “Das Publikum feiert mit stehenden Ovationen die Darsteller
, Musiker und Tänzer der Rockoper Tommy.”
Castrop-Rauxel, 09.12.02, Westfälische Rundschau: “Tommy: Stehende Ovationen für fulminante Aufführung ... Grandioser Rockabend in der Europahalle – exzellente Stimmen – rasante Tanzeinlagen – tolle Schauspieler ...”
Braunschweig, 25.11.02, Braunschweiger Zeitung:
“Stehende Ovationen am Ende. Dreimal wurden die 20 Darsteller und 8 Musiker, bei der von Pete Townshend von der legendären Rockgruppe “The Who” komponierten
Rockoper “Tommy”, vom Publikum zurück auf die Bühne geholt ...”
München, 14.10.02, Abendzeitung: “…das Sänger- und Tänzer-Ensemble lässt den Funken zum Publikum springen …”
Ludwigsburg, 24.12.02, Stuttgarter Zeitung:
“Die Inszenierung vertraut der Kraft der Musik ... Statt üppiger Bilder und aufwendiger Kulissen setzt das Ensemble das moderne Epos um Schuld, Verantwortung und
Selbstbestimmung wortgewaltig in Szene.”
Ludwigsburg, 24.12.02, Ludwigsburger Kreiszeitung: “Die Band um den musikalischen Leiter Marc Kluschat überzeugte schon allein durch ihr exzellentes Spiel ... Gesanglich und darstellerisch boten sie [die Akteure] eine
erstklassige Show, allen voran Andreas Schmitt in der Rolle des erwachsenen Tommy. Seine stille Darstellung des autistischen Tommy, der aus seiner Lethargie erwacht, riss mit, begeisterte...
Szenenapplaus war die Antwort, enthusiastisches Klatschen und stehende Ovationen der Zuschauer.”
Friedrichshafen, 20.01.03, Südkurier: “Ein alter Stiefel klingt anders - Stehende Ovationen und viele Zugaben ...”
Interview mit Tommy Darsteller Andreas Schmitt
Während den Proben zur Deutschland Tour 03/04 sprach Miracle Musics Pressesprecher Torsten Hofmann mit Hauptdarsteller Andreas Schmitt.
T.H.: Andreas, welche Bedeutung hat es für Sie, beinahe 35 Jahre nach Erscheinen des Who - Albums als Tommy auf der Bühne zu stehen?
A.S.: Die zeitliche Komponente sehe ich allenfalls in der Aufgabe, das Lebensgefühl der 60er Jahre aufzugreifen. Das Stück selbst befasst sich ja mit zeitlosen Themen wie
Selbstfindung, Missbrauch oder Starkult. Außerdem fasziniert mich die Musik der späten 60er und frühen 70er Jahre.
T.H.: Wie gehen Sie mit der Belastung um, in Roger Daltrey einen Vorgänger zu haben, der ohne Zweifel mit der Ken Russel Verfilmung Maßstäbe gesetzt hat?
A.S.: Ich versuche die Rolle so zu interpretieren, wie ich sie empfinde. In den Proben lassen die Regisseure den Akteuren ausreichend Spielraum zu diesen Interpretationen.
Eine Eigenart unserer Produktion ist sicher die Tatsache, dass jeder Sänger seinen eigenen Charakter ausprägen kann.
T.H.: Tommy ist taub, stumm und blind. Was empfindet man, wenn man in die Rolle eines Autisten schlüpft?
A.S.: Es gibt einige Passagen, in denen ich längere Zeit ohne Text spiele. Wenn ich dann von der Jugend-Gang gepiesackt werde, ist das manchmal schon beklemmend. Ich
möchte mich wehren, laut schreien. Manchmal ist es erschreckend, wie tief man in die Rolle eintaucht.
T.H.: Wo sehen Sie die entscheidende Szene im Stück?
A.S.: In einem Anfall von Hysterie zertrümmert Mrs. Walker den Spiegel, der als Symbol für Tommys Isolation steht. Wie in einem Zeitraffer erlebt Tommy die Ursprünge seines
Traumas, den Missbrauch durch seinen Onkel Ernie, aber auch das Gezerre seiner Eltern noch einmal in seinem Kopf. Von seiner Isolation befreit kann er endlich die Welt
entdecken. Tommys Entdeckungsreise steht für die Selbstfindung eines Heranwachsenden.
T.H.: Neben der Selbstfindung geht es in der Miracle-Musics Inszenierung vor allem um Starkult. Wie ist Ihre persönliche Einstellung zu Stars und Idolen?
A.S.: Ich eifere keinen Idolen nach, aber es gibt schon Künstler, die meine Begeisterung für Musik geweckt haben. Mit dem modernen Begriff eines Stars kann ich allerdings
wenig anfangen. Oft geht es nicht mehr darum, irgendetwas besonders gut zu können, oder etwas Kreatives, Eigenes zu entwickeln, sondern darum ein fertiges Produkt ohne
Ecken und Kanten zu präsentieren.
T.H.: Vielen Dank für das Gespräch.
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TOMMY lebte weiter im Musicalsommer 2002 in Amstetten
Nach dem großen Aus von TOMMY in Offenbach (1996) konnte man erleben, dass das Musical dennoch einen großen Anreiz bietet. Immer wieder wurde das Musical neu
inszeniert. Zu den TOMMY - Produktionen in Mailand, Lübeck, Osnabrück und Dortmund reiht sich nun die im Österreichischen Amstetten. Nach den letzten TOMMY - Desastern
in Osnabrück und Dortmund war man sehr gespannt auf die neue TOMMY - Version.
Musikalisch zeichneten Martin Gellner und Werner Stranka, mindestens in Österreich besser unter dem Pseudonym “Beat 4 Feet” bekannt, verantwortlich. Sie arbeiteten schon
mit Falco, Suzanne Palmer, Helmut Lotti und Uwe Kröger, um nur einige zu nennen. Für Uwe Kröger produzierten sie das Album “Favourites”.
Für die Regie und Choreographie konnte Intendant Kropfreiter die Amerikanerin Kim Duddy gewinnen, was man als einen Glücksgriff bezeichnen muß.
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Kim Duddy, mit Broadway - Erfahrungen, arbeitete eng mit Bob Fosse zusammen, was ihre künstlerische Laufbahn stark prägte und in den Tanzszenen auch zu erkennen ist. In
Deutschland war sie verantwortlich für die Choreographie in GAUDI und zuletzt für “FMA” (Falco Meets Amadeus).
Angereist aus Wien war auch ein erfolgversprechender Cast, der in der Wiener HAIR - Inszenierung schon viel Lob erntete.
Die Erfolgsvoraussetzungen für einen gelungenen Musicalsommer in Amstetten waren also gegeben. Und was wurde daraus gemacht?
Um es vorweg zu nehmen - Kim Duddy schuf ein rasantes und spritziges Musical, welches der Broadway-Version in Nichts nachsteht. Am Anfang fast ein wenig zu schnell,
wird dem Zuschauer kaum Luft gelassen, das gesehene zu verarbeiten. Es besteht keine Möglichkeit, dem Ensemble durch Applaus die nötige Aufmerksamkeit und Lohn zu
spenden. Rasant ist Kim Duddy’s Choreographie und das über die Bühne wirbelnde Ensemble: hervorragende Tanzszenen, die das Ensemble fordern und das Publikum
begeistern. Wenn das Ensemble in der Szene im Jugendkaffee von dem hinteren Bühnenteil nach vorne tanzt, kann man sich einen Gedanken an Michael Flatley’s Shows nicht
ganz verschließen, was aber nur dem aufmerksamen szenenkundigen Publikum auffallen dürfte. Genau so rasant werden die wenigen Kulissen auf die Bühne gebracht. Da
wird für Uncle Ernie das Sofa schon einige Male um die eigene Achse gewirbelt, bis es an seiner Endposition angelangt ist. Der Auf- und Abbau der Bühne wird harmonisch in
die Szenen eingeflochten und da, wo es eventuell stören würde, lässt Kim Duddy das Ensemble passend auf der Bühne agieren und lenkt mit weiteren phantastischen choreographischen Elementen ab.
Bei all dieser Schnelligkeit verblüfft plötzlich die Szene “Pinball Wizard” etwas. Was rasant anfängt, verliert plötzlich an Schwung und die Akteure stehen plötzlich fast still, als
wäre ihnen die sprichwörtliche “Luft” ausgegangen. Das nimmt der Szene allen Schwung.
Der “Pinball Wizard”, Höhepunkt und Schlussszene des ersten Aktes bedarf eigentlich einer besonderen Aufmerksamkeit von Regie und Choreographie. Hier sollten
Choreographie und Regie tief in die Schatz- und Trickkiste greifen und die volle Breitseite ihres Könnens auf das Publikum abfeuern.
Der “Pinball Wizard” wurde meiner Meinung nach bisher nur in der Broadway- bzw. Deutschland-Produktion in Offenbach perfekt gelöst. In allen anderen nachfolgenden
Inszenierungen hatten die Regisseure mit dieser Szene offensichtlich ihre gleichen Probleme und, um es krass auszudrücken, (sorry Kim) sie scheiterten. Irgendwie versickerte
hier immer irgendwo der Schwung der Szene.
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Alle Darsteller spielen auf einem hohen Niveau und zeigen gute gesangliche und schauspielerische Leistungen.
Steven Seale (TOMMY) erweckt mit seinen blonden Haaren Assoziationen zu Uwe Kröger und Andreas Bieber. Auch der erste Tommy (Roger Daltrey) war blond. Erst Michael
Cerveris kam mit schwarzer Perücke auf die Bühne. Seit dieser Zeit erwarten eingefleischte Tommy-Fans unterschwellig einen dunkelhaarigen Tommy auf der Bühne. Leicht an
die Dortmunder Tommy-Inszenierung wurde man erinnert, als Steven Seale in der Spielszene SENSATION in einem Jacket mit Franzenlook erschien, wie Andreas Bieber in Dortmund.
Ebenfalls an eine andere Produktion erinnerte die Spielszene Acid Queen. Die leicht bekleidete Damen erinnerten stark an die Lübecker Tommy-Aufführung. Die Herren in den
ersten Reihen wird es sicherlich gefallen haben, der Spielszene von 1951 wird es sicherlich nicht gerecht. Dafür konnte aber Sigalit Feig (ACID QUEEN) als “Rock-Röhre”
glänzen. Auch an Cedric Lee Bradley (THE HAWKER) gab es absolut nichts auszusetzen. Gesanglich und tänzerisch war er sehr gut. Nur die Musik zur Szene wich von der
bekannten Tommy-Vorgabe ab. In “Eyesight to the blind” musste man schon sehr nach der bekannten Melodie suchen. Hier merkte der eingefleischte Tommy-Kenner, dass er in
einer anderen, eben in der Amstetter Tommy-Produktion ist. Auch in “I believe my own eyes” konnte man leichte Abweichungen vom Original feststellen.
Etwas langatmig war die Szene, nachdem der Spiegel (“Smash the mirror”) zerschlagen wurde und Tommy in die Realität zurück kehrte. Eine überlange Dia-Projektion nervte
etwas. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
Und noch ein kleiner Ausrutscher. Wenn in “Miracle cure” die Jungs ihre Extra-Ausgabe lesen, kann man auf der zweiten, dem Publikum zugewandten Seite ein farbiges Bild
sehen, was für 1961 etwas unpassend ist. Farbdruck war zu dieser Zeit bei Tageszeitungen noch nicht angesagt.
Sabine Mayer (MRS. WALKER) und Brian Carmack (MR. WALKER) zeigten sehr markant die Beschwörung der Eltern auf den 4-jährigen Tommy nach dem Todesschuss. Drew
Sarich (COUSIN KEVIN) war fies, wie es auch die Figur erfordert. Seine Führungsrolle innerhalb der Jugendlichen war gut herausgespielt und klar erkennbar. James Sbano
(UNCLE ERNIE) ist etwas zurückhaltend in seiner Schlüsselszene bei “Fiddle about”. Tanja Schön (SALLY SIMPSON) spielt eine freche, aber auch nachdenkliche (”Sally Simpson’s Question”) Sally.
Aus dem Tommy-Cast sticht keiner der Darsteller besonders hervor, sondern das gesamte Ensemble besticht durch seine Spielfreude und Professionalität.
TOMMY in Amstetten ist eine phantastische Inszenierung, die sich durchaus auch mit den Broadway-Inszenierung in New York und Deutschland vergleichen lässt. Schade nur,
dass sie schon am 17. August 02 endete.
In Amstetten und in der Halle gab es 4 verschiedene TOMMY-Logos. Eines hätte ausgereicht; alle waren gut gelungen. Bisher hatte keine Stadt in der TOMMY gespielt wurde,
soviel für TOMMY geflaggt wie Amstetten. So möge Amstetten und die Veranstalter auch den verdienten Lohn der Inszenierung ernten.
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Fotos: Alexander Ch. Wulz & Siggi Fröhlich (Bild1) Mit freundlicher Genehmigung der Amstettner Veranstaltungsbetriebe
Text Q. & ©: Heinz Haberzettl & Siggi Fröhlich
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TOMMY in Osnabrück (2001) Persönlicher Bericht von Heinz Haberzettl:
“Siggi und ich haben es doch noch geschafft, nach Osnabrück zur dortigen TOMMY-Aufführung zu fahren.
Die Fahrt dauerte bedingt durch Gewitterregen und Verkehrsstau länger als geplant,
aber wir erreichten Osnabrück rechtzeitig, um vorher noch kurz etwas von der Innenstadt zu sehen und etwas Essen zu können.
Auf die Inszenierung waren wir natürlich gespannt. Auf dem
Vorplatz wurden wir von Ensemble – Mitgliedern wegen der Tommy – Klamotten angesprochen, an der Abendkasse konnte sich die Frau ein verstecktes Grinsen nicht verkneifen. Die Suche nach dem
Regisseur Thomas Münstermann und dem Dramaturgen Jürgen Schillig, der uns im Vorfeld reichlich informiert hatte, blieb sowohl vor der Aufführung als auch in der Pause erfolglos, obwohl uns
alle Bediensteten freundlich weiter halfen.
Die Vorführung war gut verkauft, begeisterte Schülerinnen auf der Suche nach Restkarten warteten auf freigebliebene oder zurückgegebene
Abonnement-Karten. Das Theater macht einen relativ kleinen Eindruck, mit dem Vorteil, daß das Publikum dicht am Geschehen sitzt.
Die TOMMY – Band im Orchestergraben ( Ltg. Till Drömann
) wird zu Beginn kurz hochgefahren, um den Vorschuß-Applaus entgegenzunehmen und dann beginnt die bekannte TOMMY – Ouverture. Die Handlung während des Vorspiels läuft schnell ab und wer die
Geschichte nicht kennt, wird einige Akzente nicht mitbekommen.
Als TOMMY – Fan drängt sich immer der Vergleich mit anderen Inszenierungen auf und hier fällt in Osnabrück besonders
auf, daß man auch neue Szenenbilder gesucht und gefunden hat. Zum Beispiel laufen während des Bombenalarms die Londoner Passanten noch mit ihren Regenschirmen verängstigt durch die Straßen,
dienen die gleichen Schirme als Fallschirme beim Abschuß der Fliegerstaffel von Captain Walker und die umgedrehten Griffe der Schirme der am Boden liegenden Opfer in Kreuzform symbolisieren
zusammen mit den reglosen Körpern die Soldatenfriedhöfe zu Kriegsende.
Die nächste Änderung zur Broadway-Version ist der Einsatz des Liebhabers Frank ( Holger Hauer ), Inhaber von
Franky´s Holliday Camp. In der Schlüsselszene erschießt Captain Walker nicht den Liebhaber, sondern tötet sich im Sturz selber. Meine Angst, daß sich die folgenden Szenen auch nach dem
Kinofilm ausrichten, war unbegründet.
Zwar imitiert der PINBALL WIZARD gekonnt Elton John ( Mark Hamman ) und die ACID QUEEN ( Valerie Simmonds ) erinnert an Tina Turner, aber
ansonsten dominiert der Handlungsfaden aus dem Musical.
Für die Figur sind drei Personen im Einsatz : der Junge und erwachsene Tommy wird von einer Person Tommy II ( Andreas Ströbl )
gespielt, wobei der Junge seine Stimme von Tommy III ( Constance Lüttich ), einer Frau im Hintergrund, geliehen bekommt
Der eigentliche Star als Tommy I ist auch der Erzähler ( Oliver
Meskendahl ), welcher als befreiter Tommy im 2.Teil die Bühne dominiert, teilweise zusammen mit Tommy II. Diese schizophrene Darstellung wird im Finale noch einmal betont, wo Tommy I im
Publikum auf dem Balkon steht und vis-a-vis mit Tommy II das Schlußbild gestalten.
Onkel Ernie ( Michael Ophelders ) muß bei “Fiddle About” bei Kindesmißhandlung nicht so deutlich
werden, wie es sein Gegenpart von Miracle Musics tat. Das übernehmen die gespenstischen Gestalten, welche unerkennbar aus dem Kinderbett steigen, in welchem Tommy und Ernie liegen.
Cousin Kevin ( Walter Louis ) glänzt durch seine tänzerischen Darbietungen. ( Welche farbigen Breakdancer wurden am Bolschoi-Theater ausgebildet ?) Sein Spagat bekam Sonderapplaus.
Der Zuhälter HAWKER ( Steven Shivers ) kommt mit seinem Blues “Eyesight to the blind” sehr gut an. Und im ( nicht goldenen ) Käfig schwebt die ACID QUEEN auf die Bühne, um Tommy auf ihre
Art zu heilen.
Die Musiktherapie-Stunde nimmt man in Osnabrück zum Anlaß, die einzelnen Musiker vorzustellen. Der Orchestergraben fährt hoch und jeder Instrumentalist erhält sein
kurzes Solo, dessen Einfluß auf Tommy studiert wird. Diese Einführung in die Band und Uncle Ernies “Hollyday Camp”, eine Einlage mit klassischen Ausflügen eines Darstellers, der eher auf der
Opern- und Operettenbühne zuhause ist, dienen vor heruntergelassenem Vorhang wahrscheinlich dem Ensemble auch zum Umbau der Kulissen.
Kulissenänderungen werden häufig geschickt in die
Handlung integriert. Silbern gekleidete Statisten schieben regelmäßig das Wohnzimmer der Familie über die Bühne oder geben in der Gruppe durch Nummern auf dem Rücken die historischen
Jahreszahlen kund. Nach der Pause eröffnen sie das Flipperspiel im Publikum durch große Luftballons, die gerne von den Besuchern weiter geschlagen werden.
In das Spiel der jugendlichen
Bande um Cousin Kevin wird der damalige Hit der The Who “My Generation” in Bruchstücken geschickt mit eingebaut, insbesondere die Zeile “People try to put us down”, wobei auch einmal der
modernere HipHop-Sound anklingt.
Das Duett “Believe my own Eyes” hätte besser geklungen, wenn die Stimme der Mrs.Walker ( Jutta Habicht ) voller gewesen wäre. Ob es nur an der
technischen Anlage lag, die an einigen Stellen patzte, weiß ich nicht. Tommys Stiefvater überzeugte mit einer vollen, runden Stimme.
Tommys Mutter zerschmettert in Osnabrück nicht mit
dem Stuhl den Spiegel, sondern stößt Tommy selber in den Spiegel, der hier fast das ganze Stück über als überdimensionale Silberkugel auf der Bühne steht und das Alter Ego von Tommy in
verschiedene Lebenslagen zeigt.
Sally Simpson ( Marlene Mild ) wirkte im Vergleich zu allen anderen Aufführungen zu blaß. Man hatte das Gefühl, Tommy wüßte nichts mit ihr anzufangen,
und der Übergang vom Starauftritt zum Abbruch der Show durch Sally´s Unfall war nicht schlüssig.
Der Hauptdarsteller kommt von der Oper und übertönt mit seiner kraftvollen Stimme das
Ensemble im Finale bei “Listen to you”, was auch zu einer interessanten Variation ( Rocksänger mit Backgroundsänger ) führt.
In den Zugaben zeigen alle noch einmal ihr Können und
können das Publikum, das sich im Applaudieren gesteigert hat und sich letztendlich mit stehenden Ovationen bedankt, zufrieden nach Hause verabschieden.
In der lokalen Presse wurde
bemängelt, daß die vielen Statisten von der Handlung ablenken würden. Das kann ich so nicht bestätigen. In Lübeck wurde man von unpassenden Nebenhandlungen der Statisten abgelenkt, in
Osnabrück bereichern sie die Bühne. Ab und zu hätte man das Hauptgeschehen durch bessere Bühnenbeleuchtung noch mehr hervorheben können.
Mir persönlich hat die Osnabrücker
Inszenierung besser gefallen als jene in Lübeck; Lübeck hatte auch seine Höhepunkte , aber in Lübeck habe ich zu häufig die deutschen Texte nicht verstanden. Somit wird es wieder spannend für
mich, wie die Aufführung in Dortmund sein wird, wenn der Regisseur von Osnabrück mit dem deutschsprachigen Libretto von Lübeck ab 2.September 2001 TOMMY erneut inszeniert.
Viele Club-Mitglieder haben mich schon angesprochen, wann wir nach Dortmund fahren. Noch gibt es die Chance, TOMMY in Osnabrück zu sehen.”
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