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Musical: My Fair Lady

Musical: My Fair Lady

Buch:
Alan Jay Lerner
Musik: Frederick Loewe
Deutsche Übersetzung: Robert Gilbert
Aufführungsrechte: Verlag Felix Bloch Erben

Nach Bernhard Shaws "Pygmalion" und dem Film von Gabrial Pascal

Uraufführung: 15. März 1956 New York, Mark Hellinger Theatre; 2.717 Aufführungen)
deutschsprachige Erstaufführung: 25. Oktober 1961 (Berlin, Theater des Westens)

Die Hauptrollen bei der Broadway-Premiere wurden gespielt von:
Henry Higgins: Rex Harrison
Eliza Doolittle: Julie Andrews
Colonel Pickering: Robert Coote
Alfred P. Doolittle: Stanley Holloway

Das Musical gewann im Jahr 1957 sieben TONY Awards:
- Best Musical: "My Fair Lady"
- Best Leading Actor (Musical): Rex Harrison
- Best Director: Moss Hart, Author (Musical): Alan Jay Lerner
- Best Producer (Musical): Herman Levin Composer: Frederick Loewe
- Best Conductor and Musical Director: Franz Allers
- Best Scenic Designer: Oliver Smith
- Best Costume Designer: Cecil Beaton

Inhalt:
Im edwardianischen London des Jahres 1912 wettet der Sprachforscher Professor Higgins mit seinem Fachkollegen Oberst Pickering, dass er die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle trotz ihres schrillen Dialekts und ihrer ordinären Sprache innerhalb von sechs Monaten vom ungestümen Cockneygirl zur feinen Dame der britischen Society mit gepflegter Ausdrucksweise erziehen kann. Mit äußerster Strenge unterweist Higgins Eliza, bis sie endlich Sätze wie “Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen” fehlerfrei aussprechen kann. Bei dem Versuch, ihr Können erstmals beim Pferderennen in Ascot der feinen Gesellschaft zu beweisen, feuert sie ihr Pferd mit derart ordinären Sprüchen an, dass einige der umstehenden Damen in Ohnmacht fallen, erweckt jedoch mit ihrer unkonventionellen Art das Interesse des jungen Freddy Eynsford-Hill. Nach weiterem wochenlangen, kräftezehrenden Training wird Eliza schließlich beim Diplomatenball dank ihrer Schönheit und ihres perfekten Auftretens die Attraktion des Abends. Obwohl er seine Wette nun gewonnen hat, behandelt Higgins Eliza auch fortan mit der ihm eigenen herablassenden Art als seelenloses Objekt. Als er ihr zudem Undankbarkeit vorwirft, verlässt sie wutentbrannt sein Haus und will in ihr altes Umfeld zurückkehren. Doch selbst ihr Vater Alfred P. Doolittle, der durch Higgins’ Vermittlung vom armen, stets optimistischen Müllkutscher zum wohlhabenden, aber mürrischen Mann wurde, will sie nicht mehr aufnehmen. Nach einer weiteren heftigen Auseinandersetzung mit der emanzipierten Eliza im Hause seiner lebensklugen Mutter merkt der eingefleischte Junggeselle Higgins, der sich nur schwer zu seinen Gefühlen bekennen kann, wie sehr er sie vermisst. Als er gedankenversunken ein Tonband mit ihren Sprachübungen anhört, kehrt Eliza zu dem Exzentriker zurück, der seine Freude darüber nur mühsam verbergen kann. ©: Verlag Felix Bloch Erben

Zur Inszenierung des Theater Trier:

Premiere:
5. März 11

Musikalische Leitung: Christoph Jung
Inszenierung & Abendspielleitung: Marc Pierre Liebermann
Bühnenbild: Wendelin Heisig
Kostüme: Carola Vollath
Choreografie: Jean-Pierre Lamperti - Marc Pierre Liebermann
Dramaturgie: Ralph Mundlechner

Besetzung:

Eliza Doolitle:
Nadine Eisenhardt
Prof. Henry Higgins: Michael Ophelders
Colonel Hugh Pickering: Ferry Seidl
Alfred P. Doolitle: Pawel Czekala / László Lukács
Freddy Eynsford-Hill: Peter Koppelmann
Mrs. Pearce: Teresa Pek
Mrs. Higgins: Angelika Schmid
Mrs. Eynsford-Hill: Vera Ilieva
Jamie: Fernando Gelaf
Harry: Tim Heisse
Mrs. Hopkins: Magali Schmid
Lady Boxington: Motoko Sano
Lord Boxington: Wolfram Winter

My Fair Lady
Theater Trier
Nadine Eisenhardt spielt Eliza Doolitle
© TheaterTrier

Opernchor und Extrachor des THEATERs TRIER
Tanztheater des THEATERs TRIER
Statisterie des THEATERs TRIER
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier

www.theater-trier.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Mainz:
Deutsche Übersetzung von Robert Gilbert
Spielfassung für das Staatstheater Mainz von Soren Schuhmacher

Premiere: 6. November 10

Musikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny
Inszenierung: Søren Schuhmacher
Bühne: Norbert Bellen
Kostüme: Carola Volles
Studienleiter: Michael Miliard
Choreographie: Richard Weber
Dramaturgie: Barbara Grab

Besetzung:

Eliza Doolittle:
Inga Britt Andersson
Professor Henry Higgins: Alexander Spemann
Oberst Pickering: Joachim Mäder
Mrs. Pearce: Cornelia Langhals
Alfred P. Doolittle: Ks. Jürgen Rust
Harry: Reiner Weimerich
Jamie: Milen Stradalski
Freddy Eynsford-Hill: Alexander Kröner
Mrs. Eynsford-Hill: Claudia Sasse-Scholz
Mrs. Higgins: Katherine Marriott
Ein Mann aus Fürstenwalde: Hans-Helge Gerlik
Erster Obsthändler: Patrick Hörner
Zweiter Obsthändler: Ion Grigorescu
Dritter Obsthändler: Young-Kwan Cho
Vierter Obsthändler: Agustín Sanchez Arellano
Kneipenwirt George: Hans-Helge Gerlik
Mrs. Hopkins: Judith Christ-Küchenmeister
Lord Boxington: Reiner Weimerich
Lady Boxington: Ewa Wargin
Lakru/ Kellner: Johannes Paul Lesinski
Zoltan Karpathy: Kai Uwe Schöler
Dienstboten: Radoslava Jordanova, Katja Ladentin, Agustín Sanchez Arellano, Ion Dimieru
Tänzer: Angela Fiedler, Magdalena Suss, Mauricio Armanta Tollo, Alexander Baab, Daniel Sebazungu
Die Göre vom Görli: Alice Erk
Special Appearance: Carsten Jenß

Statisterie des Staatstheaters Mainz (Leitung Dieter Rößler)
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Besprechung auf kulturfreak.de

My Fair Lady
Staatstheater Mainz
Ensemble
Foto:
Martina Pipprich

Sebastian Hernandez-Laverny (Musikalische Leitung), geboren in Lübeck, absolvierte sein Klavier- und Dirigierstudium an der Hochschule der Künste Berlin. Nach Engagements in Linz, Bremen und Trier kam er in der Spielzeit 2001/2002 als Chordirektor und Kapellmeister ans Staatstheater Mainz, wo er u. a. Sonder- und Jugendkonzerte wie das musikalische Märchen „Der Bär" sowie Musiktheater-Produktionen wie „Die lustige Witwe" und „Der Vetter aus Dingsda" leitete. Neben seiner Tätigkeit am Theater ist er ein gefragter Jazz-Pianist, Arrangeur und Komponist.

Søren Schuhmacher (Inszenierung) arbeitete nach seinem Studium der Musikwissenschaften an der Universität zu Köln zunächst als Regieassistent und Co-Regisseur für Günter Krämer, Willy Decker, Robert Carsen und Christof Loy, bevor er erste eigene Arbeiten in Szene setzte. Neben Inszenierungen an der Deutschen Oper Berlin („Carmen", „Infinito Nero" von Salvatore Sciarrino, Walter Braunfels' „Jeanne d'Arc" - gemeinsam mit Carl Hegemann und Anna-Sophie Mahler - und dem „Freischütz für Kinder"), wo er bis zur letzten Saison als Oberspielleiter wirkte, erarbeitete er Produktionen u. a. für das Theater St. Gallen („Katja Kabanova"), das Theater Nordhausen („Turandot", „Hoffmanns Erzählungen", „Un ballo in maschera") und die Komische Oper Berlin („Filemon Faltenreich"). Seine Mozart-Adaption „Türkisch für Liebhaber" wurde nach der Premiere an der Neuköllner Oper in Berlin zum renommierten KamerOpera Festival nach Zwolle/NL eingeladen. In der vergangenen Spielzeit setzte er Offenbachs „Blaubart" am Staatstheater Mainz mit großem Erfolg in Szene. Zukünftige Engagements beinhalten u. a. „Otello" (Coburg/Januar 2011) und „Der Freischütz" (Lüneburg/März 2011).

 [© Staatstheater Mainz]

www.staatstheater-mainz.de

Zur Inszenierung der Burgfestspiele Bad Vilbel:

My Fair Lady
Burgfestspiele Bad Vilbel
Eliza Doolittle (Sonja Tièschky) und Freddy Eynsford Hill (Raphael Koelb)
Foto: Eugen Sommer

Premiere: 10. Juni 10

Regie: Egon Baumgarten
Musikalische Leitung: Thomas Lorey
Choreographie: Angela Hercules-Joseph
Ausstattung: Prof. Thomas Pekny
Choreinstudierung: Benedikt Bach
Licht: Sebastian Saarkamm
Toningenieur: Stephan Weber
Abendspielleitung: Alexander Katt / Katrin Minkley

Besetzung:

Henry Higgins:
Stefan Nagel
Eliza Doolittle: Sonja Tièschky
Oberst Pickering: Erwin Bruhn
Alfred P. Doolittle: Klaus Brantzen
Mrs. Pearce, Higgins Hausdame: Inez Timmer
Mrs. Higgins, Higgins Mutter: Rosemarie Wohlbauer
Freddy Eynsford Hill: Raphael Koelb (Raphael Dörr)
Mrs Hopkins/Mrs. Eynsford-Hill: Ursula Ruperti
Harry/Butler: Peter Trautwein
Jamie / Lord Boxington / Butler: Jan Schuba
Blumenmädchen/Zofe: Constanze Fischbach
Blumenmädchen/Lady Boxington/Zofe: Mareike Hüsing
Blumenmädchen: Elisabeth Markstein
Wirt: Alexander Katt

Chor: Vil-BelCanto

Es grünt so grün, Ich hab’ getanzt, heut’ Nacht und Mit ’nem kleenen Stückchen Glück. Die musikalischen Ohrwürmer sind auf ewig mit der zauberhaften Liebesgeschichte des Blumenmädchens Eliza verbunden. Professor Higgins lehrt die ungebildete Blumenverkäuferin standesgemäßes Auftreten in der feinen Gesellschaft und erfährt, worauf es wirklich ankommt: Die Liebe.

Burgfestspiele Bad Vibel 2010 www.kultur-bad-vilbel.de

Zur Inszenierung des Musiktheater im Revier (Gelsenkirchen):

Premiere:
30. Januar 10
 
Musikalische Leitung: Johannes Klumpp
Nachdirigat: Clemens Jüngling 
Regie: Peter Hailer
Choreographie: Kati Farkas
Bühne:  Etienne Pluss
Kostüme: Uta Meenen
Chor: Christian Jeub

Besetzung:

Professor Henry Higgins:
Joachim G. Maaß
Mrs. Higgins, Higgins Mutter: N.N.
Eliza Doolittle: Judith Jakob
Alfred P. Doolittle, Elizas Vater: Michael Tews
Harry: Charles E.J. Moulton
Jamie: Wolf-Rüdiger Klimm
Oberst Hugh Pickering: Karl Heinz Herber
Freddy Eynsford-Hill: E. Mark Murphy
Mrs. Eynsford-Hill: Annette Pilgrim
Mrs. Pearce, Higgins Hausdame: Christa Platzer
Sechs Tänzer: Michelle Escano, Daniela Günther, Elisabeth Karner, Kevin Foster, Till Nau, Markus Schneider

Opernchor des Musiktheaters im Revier
Neue Philharmonie Westfalen

 Weitere Termine: 6., 13., 14., 20., 21. Februar, 13., 25., 28. März, 18. April, 09., 20., 25. Juni 10
 Preise: von 10,00 Euro bis 40,50 Euro

„Warum lehrt die Kinder keiner richtig sprechen?“, fragt verstört Professor Henry Higgins, nachdem er das Blumenmädchen Eliza Doolittle mit ihrem hemmungslosen Dialekt zum skurrilen Studienobjekt seiner Sprachmanie erkor. Mit Oberst Pickering wettet er, sie in nur sechs Monaten zur lupenrein sprechenden Herzogin umzufunktionieren. Nach anfänglichem Chaos beim Diplomatenball wird Eliza zur Attraktion des Festes und endgültig zum Objekt der Begierde für Freddy Eynsford Hill. Higgins und Pickering versäumen es im Zeichen ihres Triumphes, Eliza überhaupt noch wahrzunehmen. Sie will zurück in die Gosse, aus der sie kam. Aber dort akzeptiert man sie nicht mehr. Und Higgins ist von ihr inzwischen abhängiger, als er es sich eingestehen mag. Eliza kehrt zu Higgins zurück, der – was für ein Ende! – verlangt, sie möge ihm seine Hausschuhe bringen. [© Musiktheater im Revier]

www.musiktheater-im-revier.de

Zur Inszenierung des Theater Magdeburg:

Premiere:
24. Januar 09

Musikalische Leitung: Alexander Steinitz
Regie: Nico Rabenald
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Bühne: Heike Scheele, Eva-Maria Westerveld
Kostüme: Karin Alberti
Projektionsdesign: Alexander Arnold
Chor: Martin Wagner

Professor Henry Higgins: Markus Liske
Eliza: Tamara Weimerich/Ulrike Mayer
u. v. m

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My Fair Lady
Theater Magdeburg
Eliza Doolittle (Tamara Weimerich)
Foto: Hans-Ludwig Böhme

Im Sommer 2008 begeisterte Regisseur Nico Rabenald mit seiner Umsetzung des Musicals „Titanic” auf dem Magdeburger Domplatz. Jetzt inszeniert er, zusammen mit seinem bewährten Team Heike Scheele (Bühne) und Karin Alberti (Kostüme), den Musicalklassiker „My Fair Lady“ von Frederick Loewe.
Premiere ist am Sonnabend, 24. Januar, 19.30 Uhr, im Opernhaus. Die Titelrolle wird alternierend von Ulrike Mayer und Tamara Weimerich übernommen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Alexander Steinitz.
Was macht den Menschen aus, seine Herkunft oder seine Sprache? Phonetik-Professor Henry Higgins (Markus Liske) ist zutiefst vom Letzteren überzeugt. Als er vor der Londoner Oper wieder einmal Dialektstudien betreibt, begegnet ihm das Blumenmädchen Eliza Doolittle, ein ganz besonders interessantes Exemplar mit fürchterlichem Cockney -Slang - und schon ist sein Ehrgeiz angestachelt! Mit Kollege Oberst Pickering (Wolfgang Klose) wettet Higgins, dass er es schafft, innerhalb von sechs Monaten aus der verlotterten Straßengöre eine Lady zu machen. Die arme, aber aufgeweckte Eliza ist von diesem Angebot fasziniert und willigt in die Sprach-Dressur ein. Und nach einigen Start -Schwierigkeiten scheint das Experiment auch tatsächlich zu gelingen - wenn da nicht die Liebe ins Spiel käme … Wer kennt sie nicht, die berühmten Schlager von „Es grünt so grün“ über „Wäre det nich wundascheen“ bis „Hei, heute morgen mach’ ich Hochzeit!“?! „My Fair Lady“ ist wohl der Inbegriff des „klassischen“ Musicals, mit Sicherheit aber eines der meistgespielten Stücke aller Zeiten. [© Theater Magdeburg]

www.theater-magdeburg.de

Zur Inszenierung des Staatstheater Wiesbaden:

Premiere:
8. November 08

Musikalische Leitung: Uwe Sochaczewsky
Inszenierung: Iris Gerath-Prein
Bühnenbild und Kostüme: Florian Etti
Choreografie: Andrea Heil
Choreinstudierung: Christof Hilmer
Dramaturige: Bodo Busse

Besetzung:

Prof. Henry Higgins:
Dirk Schäfer
Eliza Doolittle: Simone Brähler / Annette Luig
Alfred P. Doolittle: Armin Dillenberger
Oberst Pickering: Wolfgang Vater
Freddy Eynsford-Hill: Brett Carter / Reinhold Schreyer-Morlock
Mrs. Pearce: Helga Schoon
Mrs. Higgins: Rosemarie Schubert
Jamie: Jochen Elbert
Zoltan Karpathy: Klaus Krückemeyer
u.a.
Chor, Orchester, Extraballett und Statisterie des Staatstheaters Wiesbaden

Am Anfang war der Mythos – selbst beim Musical. In diesem Fall ist es die antike Story eines ausgesprochenen Frauenfeindes, so wie es in den „Metamorphosen“ des Ovid überliefert ist. Der Künstler Pygmalion aus Zypern hatte schlechte Erfahrungen mit sogenannten „leichten“ Mädchen und hat sich beleidigt der Frauenwelt ab- und der Bildhauerei zugewandt. Allerdings auch das mit nur mäßigem Erfolg. In blindem Kunsteifer erschafft Pygmalion ein Elfenbeinstatue und darin das Abbild der idealen Frau. Weil die Statue immer schöner und weiblicher wird, verliebt sich Pygmalion schließlich in sein selbst erschaffenes Kunstwerk und wird von Göttin Aphrodite erhört, die er angefleht hat, dass seine künftige Frau doch so wie die Statue sein möge: Unter seinen glühenden Liebkosungen verwandelt sich die Statue in eine lebendige Frau. Aus dem etwas verschrobenen Künstler Pygmalion hat der englische Dramatiker George Bernard Shaw die nicht minder skurrile Figur des ebenso selbstverliebten wie selbstherrlichen Sprachwissenschaftlers Henry Higgins geformt, der mit seinem Freund Colonel Pickering wettet, aus der einfachen Blumenverkäuferin Eliza Doolittle eine vornehme Dame der feinen Londoner Gesellschaft zu machen. Allein linguistisch eine schier unlösbare Aufgabe, denn Eliza nimmt in ihrem unmöglichen Straßendialekt auch kein Blatt vor den Mund. Das Experiment gelingt: Higgins bringt Eliza den Tonfall der vornehmen Leute bei und auch alle anderen nötigen Benimmregeln. Bei einem Botschafterball misslingt das Experiment aber: Da sie von Higgins schlecht behandelt wird, verlässt Eliza ihren Schöpfer. Wenn Higgins bei Shaw nur ein Zyniker und Frauenfeind ist, dann gewinnt er in dem Musical von Frederick Loewe und Alan J. Lerner menschlichere Züge, denn hier misslingt das Experiment nur, weil sich Higgins wie Ovids Pygmalion in sein Geschöpf verliebt. Doch auch in der Broadway-Version des Stoffes bleibt der gesellschaftssatirische Grundton Shaws erhalten. Nach dem großen Erfolg des 1913 in London uraufgeführten Stückes, das freilich einen großen Skandal verursachte, weil Eliza auf offener Bühne exzessive Schimpfwörter benutzt, ist sofort das Kino auf den Stoff aufmerksam geworden. Für die Verfilmung mit Leslie Howard und Wendy Hiller in den Hauptrollen wurde George Bernard Shaw als Drehbuchautor mit dem Oscar ausgezeichnet. Doch erst die Musical-Version unter dem Titel „My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, die nach einer Idee von Gabriel Pascal am 15. März 1956 mit Julie Andrews und Rex Harrison in den Hauptrollen in New York uraufgeführt wurde, hat den Stoff weltberühmt gemacht. Dazu hat vor allem auch die Verfilmung aus dem Jahr 1964 von George Cukor mit Audrey Hepburn und Rex Harrison beigetragen. Für das deutsche Theater hat Robert Gilbert den Londoner „cockney“-Akzent Elizas ins Berlinerische übertragen, um dem Sprachwitz des Stückes die soziale Fallhöhe nicht zu nehmen. Bis heute hat das Musical „My Fair Lady“ nichts an szenischer Schwungkraft, pointiertem Humor und musikalischer Popularität eingebüßt. Die großen Songs wie „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“, „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ oder „Wäre das nicht wunderschön“ sind längst zu Evergreens geworden, geben aber auch unverwechselbare musikalische Charakterporträts der Figuren. Entwickelt sich Eliza von der vorlauten Rotznase, über das verunsicherte Mädchen zur selbstbewussten Frau, die Higgins schließlich den Marsch bläst, so findet das in der Musik ebenso ein schönes Abbild wie die sentimentale Verliebtheit von Freddy Eynsford-Hill oder Higgins’ ewig nörgelnde Besserwisserei, die schließlich auch in Liebe umschlägt („Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht“). Higgins benutzt Eliza als ein Experiment am lebenden Objekt und scheitert letztlich an ihrer unverstellten Natürlichkeit. Der Versuch, das Blumenmädchen zu domestizieren, in ein gesellschaftliches Muster zu zwängen, ist deshalb sinnlos, weil über Erziehung, sozialer Rolle, Anstand und dialektfreier Rede das pure Leben steht. Und das bricht über den gediegenen Hausstand von Higgins wie eine Naturkatastrophe herein. Doch erst durch die allgemeinen Verwicklungen, Irrungen und Wirrungen zwischen mühseliger Umlautlehre, schickem Pferdrennen und überflüssiger mütterlicher Fürsorge erwachen beide erst zum wahren Leben.


Zu Gast in MY FAIR LADY

Dirk Schäfer
(Prof. Henry Higgins) studierte Schauspiel an der Hochschule „Mozarteum“ Salzburg. Nach einem Aufenthalt in Japan arbeitete er als Schauspieler und Sänger u.a. am Thalia Theater Hamburg, Staatstheater Oldenburg, den Bühnen Kiel, Hamburger Kammerspielen und dem Staatstheater Cottbus. Gastspiele führten ihn u.a. nach Lübeck, Braunschweig, zum Festival „Gewaltig Leise“ im Rahmen der Kieler Woche, an die Hamburger Kammerspiele und nach Nürnberg. Er hat außerdem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen u.a. von ZDF, ARD und SAT 1 mitgewirkt. Dirk Schäfer war im Theater in Rollen wie Jason („Medea“), Zahnarzt („Kleiner Horrorladen“), Karl Moor („Die Räuber“) oder Frank`N`Furter („Rocky Horror Show“) zu sehen. An den Bühnen Kiel initiierte er den Jacques Brel – Abend „Doch davon nicht genug“, mit dem er erfolgreich gemeinsam mit seinem Ensemble „Trio Total“ gastierte und mittlerweile schon verschiedene andere Programme herausbrachte.

Armin Dillenberger (Alfred P. Doolittle) hat sein Schauspielstudium in Frankfurt/Main absolviert, wo er auch ein sein erstes Engagement hatte. Es folgten Engagements an allen großen deutschen Schauspielhäusern wie Bayrisches Staatsschauspiel München, Schauspielhaus Düsseldorf, Freie Volksbühne Berlin, Berliner Ensemble und Schauspiel Leipzig. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt seit einigen Jahren in Kino und Fernsehen. So konnte man Armin Dillenberger in großen Kinoproduktionen wie „Good Bye, Lenin“ (Regie: Wolfgang Becker), „Wir können auch anders“ (Regie: Detlev Buck), „Die blaue Grenze“ (Regie: Till Franzen), „Hitler Kantate“ (Regie: Jutta Brückner) und „Mouth to Mouth“ (Regie: Alisson Murray) auf der Leinwand sehen. Im Fernsehen spielte er u.a. in „Dudeks letzter Fall“, „Ein Fall für zwei“, „Polizeiruf 110“, „SK Kölsch“ und „Tatort“. 

 [© Staatstheater Wiesbaden]

Opernforum zu MY FAIR LADY
Wieso grünt in Spanien das Grün so grün? Warum hätt’ Eliza heut’ Nacht getanzt? Wieso wäre ein Zimmerchen irgendwo so wunderschön? Diese und andere Fragen beantwortet das Produktionsteam. Mitglieder des Ensembles präsentieren musikalische Ausschnitte.
Sonntag, 2. November 2008, 11.00 Uhr, Foyer
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters e.V.

www.staatstheater-wiesbaden.de

Song-Liste:

- Overture
- Why Can't The English
- Wouldn't It Be Loverly
- Elizabeths Entrance
- With A Little Bit Of Luck
- I'm An Ordinary Man
- Just You Wait
- The Rain In Spain
- I Could Have Danced All Night
- Ascot Gavotte
- On The Street Where You Live
- You Did It
- Show Me Show Me Reprise
- Get Me To The Church On Time
- A Hymn To Him
- Without You
- Servant Song
- Servant Song Part 2
- I've Grown Accustomed To Her Face
- Come To The Ball
- The Embassy Waltz
- Just You Wait Reprise

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