Musical: Mann von La Mancha
 

Der Mann von La Mancha

Musical von:
Dale Wasserman
Musik von: Mitch Leigh
Gesangstexte von: Joe Darion
Deutsch von: Robert Gilbert
Uraufführung: 22. November 1965 (New York, ANTA Washington Square Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 4. Januar 1968 (Wien, Theater an der Wien)

LaManchaAnhaltischesTheaterDessauZur Inszenierung des Anhaltischen Theater Dessau:

Premiere:
13. Februar 09

Musikalische Leitung: Wolfgang Kluge
Inszenierung: Ana Christine Haffter
Bühne und Kostüme: Roland Wehner
Dramaturgie: Susanne Schulz

Cervantes/ Don Quixote: Ks. Rainer Büsching
Sancho, sein Diener: Patrick Jones
Aldonza: Ilona Streitberger
Gouverneur/ Der Gastwirt/ Der Barbier: Kostadin Arguirov
Der Padre: Stephan Biener / Michal Skiepko
Herzog/ Dr. Carrasco/ Spiegelritter: Peter-Uwe Witt
Antonia : Kristina Baran / Jagna Rotkiewicz
Die Haushälterin: Helga Kissing
Maria, die Frau des Gastwirts: Manja Freitag / Gerit Ada Hammer
Pedro: Leszek Wypchlo
Anselmo: Adam Fenger
José: Pawel Tomczak
Juan: Cezary Rotkiewicz
Tenorio: Pawel Schanzer
Maurisches Mädchen: Manja Freitag / Gerit Ada Hammer
Maurischer Mann: Michal Skiepko
Hauptmann: Christian Most
(Mögliche Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge. Änderungen vorbehalten.)

Am 22. November 1965 wurde Der Mann von La Mancha mit großem Erfolg als Musical in einer Off-Broadway-Produktion uraufgeführt und schließlich am Broadway weitergespielt. Die deutschsprachige Erstaufführung folgte am 4. Januar 1968 im Theater an der Wien mit Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry als Aldonza. 1968 folgte L'homme de La Mancha mit Jacques Brel in der Titelrolle in Brüssel. Der Erfolg war so groß, dass die Produktion nach Paris geholt wurde, wo sie weitere fünf Monate lief. Schließlich wurde das zugkräftige Stück 1972 mit Peter O’Toole und Sophia Loren verfilmt.
Mitch Leigh vertiefte sich für die Komposition in die Ursprünge der spanischen Flamencomusik: „Ihre Vitalität und Sinnlichkeit bewegten mich derart und schienen mir wie geschaffen für das Buch und die Gesangstexte, dass ich den Anachronismus riskierte und mich entschloss, sie als Grundlage zu verwenden“. Entstanden ist daraus eine tiefgehend gefühlvolle wie mitreißende Musik im großen Stil des Broadway-Musicals.
In Mitch Leighs Musical Der Mann von La Mancha verschmelzen der Dichter Cervantes und Don Quixote, das Geschöpf seiner schöpferischen Phantasie, gewissermaßen zu einer Gestalt. Der von der Inquisition eingekerkerte Dichter spielt mit seinem Diener Sancho Panza und den anderen Mitgefangenen seinen Ritterroman nach. Mörder und Diebe, die zunächst das Manuskript verbrennen wollen, schlüpfen fasziniert in die ihnen zugeteilten Rollen. Miguel de Cervantes selbst agiert als Don Quixote, der als fahrender Ritter in die Welt zieht, um alles Böse zu bekämpfen und alles Unrecht gutzumachen. Doch ein großer Magier stellt sich ihm entgegen. Sein Edelfräulein Dulcinea sieht Quixote in der Hure Aldonza verkörpert. Doch für sie ist die Welt nur ein Misthaufen. Auf der Weiterreise fällt der Ritter räuberischen Mauren in die Hände und schließlich legt er sich zu Hause zum Sterben nieder. Das Spiel ist aus und Cervantes und sein Diener werden vor das Tribunal der Inquisition gerufen. [© Anhaltisches Theater Dessau]

Weitere Vorstellungen: 15.02.09, 21.02.09, 15.03.09, 03.04.09, 13.04.09, 28.05.09, 06.06.09, 21.06.09
www.anhaltisches-theater.de

Zur Inszenierung des Theater Freiburg:

Premiere:
29. November 08
Matinee: 16. November 08, 11 Uhr, Winterer-Foyer
Weitere Vorstellungen: Do. 4.12. / Do. 11.12. / Mi. 17.12.08, jeweils 19.30 Uhr
Mi. 31.12.08, 15 Uhr & 19 Uhr (Silvestervorstellung)
Sa 17.1./ Fr 30.1./ Sa 31.1., jeweils 19.30 Uhr, So 25.1., 15.00 Uhr
Weitere Vorstellungen bis Ende März 2009 sind in Planung.

Musikalische Leitung: Johannes Knapp
Regie: Joan Anton Rechi
Bühnenbild: Alfons Flores
Kostüme: Ingo Krügler
Beleuchtung: Michael Philipp
Dramaturgie: Andri Hardmeier
Studienleitung: Thomas Schmieger

Don Quixote: Tomas Möwes
Sancho: Roberto Gionfriddo
Dulcinea: Melanie Lüninghöner
Tenorio: Ricardo Frenzel
Carrasco: Matthias Flohr
Wirt: Jörg Golombek
Barbier: Ulrich Himmelsbach
Maria: Anja Jung
Antonia: Kyoung-Eun Lee

Philharmonisches Orchester Freiburg


Mit dem Musical »Der Mann von La Mancha« widmet sich das Theater Freiburg einem Werk, das seit rund 400 Jahren aus dem Kanon der Weltliteratur nicht mehr wegzudenken ist: »Don Quixote« von Miguel de Cervantes. Nach seinem von Publikum und Presse gleichsam gefeierten »Barbier von Sevilla«, für den er von der Fachzeitschrift »Opernwelt« als Nachwuchskünstler des Jahres nominiert wurde, bringt der spanisch-andorranische Regisseur Joan Anton Rechi in seiner zweiten Freiburger Inszenierung einen der großen Helden der Literaturgeschichte auf die Bühne und zeigt dabei seine eigene Lesart des berühmtesten Ritterromans der Welt.

Seit rund 400 Jahren zieht Don Quixote unbeirrt durch die Weltliteratur. Das zwischen 1605 und 1615 erschienene und als erster moderner Roman der Literaturgeschichte gesehene Werk von Miguel de Cervantes war ursprünglich als Parodie auf die in der damaligen Zeit so beliebten Ritterromane gedacht, wurde dann aber zu dem spanischen Roman schlechthin.
Die Geschichte vom »Ritter von der traurigen Gestalt« und seinem treuen Begleiter Sancho Pansa, die auf der Suche nach Abenteuer durch die Lande reiten, um sich im Kampf um Ehre, Tugend und Gerechtigkeit gegen alle Widrigkeiten des Alltags zur Wehr zu setzen, übte einen enormen Einfluss auf Schriftsteller, Komponisten und Maler bis in die heutige Zeit aus. Vor allem das Musiktheater hat sich diesen Stoff zu eigen gemacht, so entstanden während der letzten 250 Jahre über 25 Opern mit dem Mann von La Mancha als ihrem Titelhelden. Zu einem Klassiker des Broadway-Theaters wurde das 1965 uraufgeführte Musical von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion, das in seiner New Yorker Orig inalproduktion weit über 2000 Vorstellungen erlebte, gleich mit fünf Tony Awards, unter anderem für das beste Musical und die beste Musik, ausgezeichnet wurde und in der Ve rfilmung mit Sophia Loren und Peter O’Toole weltweit die Herzen eroberte.
Frei nach seinem Credo, dass Tatsachen die größten Feinde der Wahrheit sind, träumt der unerschütterliche Phantast Don Quixote seinen »impossible dream«. Er bekämpft den unschlagbaren Feind, erträgt den untragbaren Kummer, stürmt vor, wo der Tapferste flieht, bricht das unrechte Recht und reicht noch mit den müdesten Armen nach den unerreichbaren Sternen. Dies stets zu Ehren der zu seiner Dame erkorenen Dulcinea und immer in der festen Überzeugung, dass dadurch die Welt ein kleines Stück besser werde.

Doch der katalanische Regisseur Joan Anton Rechi will mit dem »Mann von La Mancha« am Theater Freiburg keine typische Inszenierung eines Broadway-Musicals zeigen. Vielmehr richtet er seinen Blick auch auf die verschiedenen Klischees über Spanien, einem Land, das, wenn man Cervantes Glauben schenken darf, anscheinend von Verrückten bevölkert wird – oder vielleicht doch bloß von »Männern mit Fantasie«? Denn wo sich Musicals normalerweise in ihren verschiedenen Aufführungen kaum unterscheiden, nähert sich der Regisseur »seinem« Mann von La Mancha, indem er die Handlung in die heutige Welt verlegt und Don Quixote 400 Jahre nach seiner Zeit den Besuchern eines Festes begegnen lässt. Dabei geht es Joan Anton Rechi auch um die Frage, welche Auswirkungen der historische Mann von La Mancha auf das Leben in der heutigen Welt hat und zeigt uns hierbei – fernab von der Glitzerwelt des Broadways – seine eigene Interpretation dieses urspanischen Stoffes.

Johannes Knapp:
Studium in Frankfurt am Main und Berlin – Meisterkurse bei Sergiu Celibidache und Sir Georg Solti – Solorepetitor an der Deutschen Oper Berlin – ab 1995 Kapellmeister am Landestheater Coburg – Gastdirigate bei den Schönbrunner Schlossfestspielen, den Berliner Symphonikern und dem Kammerorchester Venedig – seit 1997 am Theater Freiburg engagiert, hier u.a. Dirigate von Don Giovanni, Herzog Blaubarts Burg, Nixon in China, Macbeth, Madame Butterfly, musikalische Einstudierung und Leitung u.a. von Die verkaufte Braut und Mitridate.

Joan Anton Rechi:
Studium der Geschichte und der Dramatic Art in Barcelona – Regie-Assistenzen u.a. bei Willy Decker, Robert Carsen, Herbert Wernicke und Calixto Bieto, mit dem ihn seither eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet – eigene Inszenierungen u.a. am Teatro Romea Barcelona, Gran Teatre del Liceu in Barcelona, Teatro Real Madrid und Theater Basel – inszenierte 07/08 Rossinis Der Barbier von Sevilla am Theater Freiburg (dafür Nominierung als Nachwuchskünstler des Jahres in der Fachzeitschrift Opernwelt).

[© Theater Freiburg]

www.theater.freiburg.de

Zur Inszenierung des Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz:

Premiere:
27. Juni 04
Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz
Inszenierung: Bruno Jonas
Bühnenbild: Heinz Hauser
Kostüme: Zwinki Jeannée
Licht: Georg Boeshenz
Choreographie: Ramses Sigl

Besetzung:

Cervantes (Don Quixote):
Torsten Frisch, Bruno Jonas
Sancho, sein Diener: Gerd Lohmeyer, Gunter Sonneson
Aldonza, Magd: Cornelia Horak, Marianne Larsen
Gastwirt (Gouverneur): Pawel Czekala, Jörg Simon
Dr. Carrasco (Herzog): Martin Hausberg, Holger Ohlmann
Der Padre: Michael Gann, Florian Simson
Antonia, Braut von Carrasco: Olivia Pop, Thérèse Wincent
Die Haushälterin: Gisela Ehrensperger, Susanne Heyng
Der Barbier: Johannes Beck, Alban Lenzen
Maria, Frau des Gastwirts: Rotraut Arnold, Frances Lucey
Fermina, Dienstmädchen: Angelina Amûn, Ulrike Dostal
Hauptmann der Inquisition: Michael Häfner
Pedro, Anführer der Maultiertreiber: Patrick Lammer
Juan, Maultiertreiber: Dieter Eisenmann, Markus Heckel
José, Maultiertreiber: Edwin Jäger, Robert Merwald
Anselmo, Maultiertreiber: Erik Årman, Adam Sanchez
Tenorio, Maultiertreiber: Emanuele Pazienza, Oliver Polster
Paco, Maultiertreiber: Franz Garlik, Thomas Lackinger

(Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge)

Besprechung auf kulturfreak.de

Dale Wasserman schrieb 1960 das Buch für ein Fernsehspiel über den Dichter Miguel de Cervantes Saavedra (1547–1616). Ausgehend von dieser Vorlage entstand in Zusammenarbeit mit Mitch Leigh (Komponist) und Joe Darion (Songtexte) das Musical MAN OF LA MANCHA, das den Roman und das wirkliche Leben Cervantes miteinander verbindet und 1965 in New York uraufgeführt wurde. Das mehrfach preisgekrönte Musical erlebte 2329 Aufführungen am Broadway. Melodien wie »Ich, Don Quixote«, »Dulcinea« oder »Der unmögliche Traum« zählen zu den größten Hits der Musical-Literatur.

Mit DER MANN VON LA MANCHA setzte sich der Kabarettist und Schauspieler Bruno Jonas erstmals in den 70er Jahren auseinander, als er selbst in diesem Musical auf der Bühne stand. Am 27. Juni 2004 wird er sein Regiedebüt im Musiktheaterbereich im Staatstheater am Gärtnerplatz geben. Die Geschichte vom »Ritter von der traurigen Gestalt« inszeniert Jonas mit viel Poesie, aber auch – wie könnte es bei einem Kabarettisten anders sein – mit viel Humor und Schnelligkeit.

Probenfoto
Don Quijote (Bruno Jonas) und Sancho Pansa (Gutner Sonneson)
© Ida Zenna / Staatstheater am Gärtnerplatz - München

Das Musical wurde komplett in deutscher Sprache aufgeführt.

Inhalt:
Da das Bühnenwerk Thematisches aus dem Roman mit Motiven aus dem Leben des Dichters Cervantes verbindet, beginnt die Geschichte mit einer Rahmenhandlung, die Cervantes mit seinem Diener im Gefängnis von Sevilla zeigt, in das ihn die Inquisition wegen renitenten Verhaltens gegen Staat und Kirche gebracht hat. Die übrigen Gefangenen haben es auf seinen gesamten Besitz, eine Truhe mit Theaterkostümen und Requisiten und das handgeschriebene Manuskript von »Don Quixote«, abgesehen.

Probenfoto
Don Quijote (Bruno Jonas) und Sancho Pansa (Gutner Sonneson)
© Ida Zenna / Staatstheater am Gärtnerplatz - München

Um sein Manuskript wiederzuerlangen, muß sich der Dichter vor seinen Mitgefangenen nach Gefängnisbrauch verteidigen. Er erzählt also die Geschichte des »Ritters von der traurigen Gestalt«, des Alonso Quijana, der als erträumter Ritter Don Quixote in die Welt zieht, um sich mit seiner Vision von der Kraft der Phantasie über die Realität hinwegzusetzen und eine bessere, menschlichere Welt zu schaffen.

Probenfoto
Don Quijote (Bruno Jonas), Sancho Pansa (Gutner Sonneson) und Aldonza (Cornelia Horak)
© Ida Zenna / Staatstheater am Gärtnerplatz - München

Der Kerker wird zur Bühne: Cervantes wird zu Don Quixote, sein Diener zu Sancho Pansa und die anderen Gefangenen zu den Figuren aus der Geschichte. Sie begeben sich auf die Reise in eine Welt, in der ein Lebenstraum mehr zählt als die Realität. So wird die Geschichte über das Wesen der Menschen zu einem Plädoyer für Menschlichkeit, Ehre , Phantasie und Illusion. Don Quijote kämpft gegen Windmühlen-Magier. Er tritt gegen den Spiegelritter an, erklärt die Kellnerin und Gelegenheitsprostituierte Aldonza zu seiner verehrten Edeldame Dulcinea, verwandelt eine Rasierschüssel in den Helm des Mambrino und läßt sich schlußendlich von einem Wirt zum Ritter schlagen. Er wird verprügelt, betrogen und beraubt, verliert aber trotzdem nicht seine Güte, sein Mitgefühl und seinen Glauben an die Menschen, an das Schöne, Reine und Gute.

Probenfoto
Don Quijote (Bruno Jonas) und Aldonza (Cornelia Horak)
© Ida Zenna / Staatstheater am Gärtnerplatz - München

Don Quijote stirbt am Ende der Geschichte. Was wird aus seinem Traum? Ist er nur ein alternder Narr oder ein phantastischer Visionär? Es öffnet sich die Kerkertür. Cervantes und sein Diener werden abgeführt, um sich vor dem Gericht der Inquisition zu verantworten. [© Staatstheater am Gärtnerplatz, München]

Probenfoto
Don Quijote (Bruno Jonas) und Sancho Pansa (Gutner Sonneson)
© Ida Zenna / Staatstheater am Gärtnerplatz - München

Staatstheaters am Gärtnerplatz

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