Musical: Heimatlos
 

HEIMATLOS (Frendelaus)

Musik:
Gisle Kverndokk
Libretto: Øystein Wiik (nach dem Familienroman „Sans famille“ von Hector Malot)
Idee: Inger Schjoldager und Øystein Wiik
Deutsch: Verena Reichel

Uraufführung: 4. Oktober 03 (Oslo, Det Norske Teatret)
Deutschsprachige Erstaufführung: 22. Oktober 2005 (Kaiserslautern, Pfalztheater)
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben, Berlin


Auf Basis von Hector Mallots Jugendbuchklassiker schufen das Autorenteam Øystein Wiik und Gisle Kverndokk ein spannendes und anrührendes Musical für die ganze Familie, das die Presse nach seiner erfolgreichen Uraufführung in Oslo als Meilenstein nicht nur der norwegischen, sondern der europäischen Musical-Entwicklung feierte und das mehrfach mit dem Welterfolg „Les Miserables“ verglichen wurde.

In klaren, knappen Bildern wird die Geschichte des Romans erzählt: Auf dem Landgut der Familie Milligan in England herrscht große Aufregung: Kurz nach dem Tod des Lords ist der Sohn der Familie, selbst noch ein Baby, spurlos verschwunden. Was die suchenden Diener nicht wissen: Der Bruder des Lords hat das Gangsterpärchen Harry und Maggie Driscoll damit beauftragt, das Kind zu beseitigen, damit er an das Erbe der Familie kommt. Doch seine dunklen Pläne gehen nicht auf: Zum einen verstecken die Driscolls den Jungen bei einer Familie in Frankreich, zum anderen ist Lady Milligan von ihrem verstorbenen Mann mit einem zweiten Kind schwanger.

Als Kind einfacher Leute wächst der junge Lord unter dem Namen Remi in ärmlichen Verhältnissen bei Mutter Barberin in Frankreich auf. Erst als deren Mann nach Jahren aus Paris zurückkommt, erfährt er, dass er ein Findelkind ist. Monsieur Barberin verkauft Remi an den Wanderkomödianten Vitalis, der zur eigentlichen Vaterfigur für den Jungen wird. Remi zieht mit Vitalis und dessen Tieren als Schausteller übers Land. Doch es droht neue Gefahr: Harry und Maggie Driscoll suchen den Jungen, um mit ihm Lord Milligan zu erpressen, Vater Vitalis wird zu Unrecht verhaftet und stirbt kurz nach der Entlassung. Remi muss sich nun alleine durchschlagen, gelangt aber, u.a. mit Hilfe der etwas trottelhaften Driscolls, wieder nach England. In einem wahren Showdown kehrt er zum Schluss zu seiner leiblichen Mutter zurück und die Geschichte kommt zu ihrem Happy End.
Neben spannenden Ensemblenummern und anrührenden Balladen lebt das Musical im gleichen Maße durch die komischen Szenen des chaotischen Gaunerpärchens Driscoll und die zu Herzen gehenden Episoden mit Vater Vitalis und Remi. Gisle Kverndokk komponierte eine Musik, die in ihrem Nuancenreichtum an Leonard Bernstein erinnert und in ihrer Dynamik mit ohrwurmverdächtigen Melodien besticht.

Øystein Wiik und Gisle Kverndokk
Der Librettist Øystein Wiik und der Komponist Gisle Kverndokk bilden eines der derzeit produktivsten und erfolgreichsten europäischen Autorengespanne im Bereich Musical. Nach dem internationalen Erfolg von Sofies Welt nach Jostein Gaarder 1998 folgte im Jahr 2001 Vincent van Gogh, das ebenso wie Sofies Welt bei den Schlossfestspielen Ettlingen uraufgeführt wurde. An Sylvester 2002 fand die Uraufführung von Gefährliche Liebschaften statt, dem, wiederum knapp ein Jahr später, das Musical Heimatlos (nach Hector Malots Familienroman „Sans famille“) folgte, das nach seiner Uraufführung im Oktober 2003 in Oslo zu einem der größten Musicalerfolge Nordeuropas wurde.
Das nächste Projekt des Teams ist eine Musical-Comedy auf Basis der Kriminalgeschichten von „Dickie Dick Dickens“ nach Rolf und Alexandra Becker, gefolgt von „Jorden Rundt“ nach Jule Vernes „In 80 Tagen um die Welt“.
Der Norweger Øystein Wiik erhielt seine Ausbildung an der Staatlichen Theaterhochschule in Oslo sowie in Wien, Bologna und London. Als Sänger und Schauspieler trat er in zahlreichen Musiktheater- , Film- und Fernsehproduktionen auf und hat an mehreren CD-Einspielungen mitgewirkt. Im Genre Musical spielte er Hauptrollen u.a. in „Les Misérables“, Jesus Christ Superstar, „Sweeney Todd“ und Evita. Schon während seiner Studienzeit fing Øystein Wiik an zu schreiben, zunächst für Revuen, danach Kinderstücke und Liedtexte für verschiedene Interpreten.
Gisle Kverndokk ist einer der vielseitigsten Komponisten seiner Generation. Er studierte an der Staatlichen Musikakademie in Oslo und der Julliard School in New York und komponiert für nahezu alle Genres, wobei neben Vokal-, Kammermusik- und Orchesterwerken das Musik- und Tanztheater ein Schwerpunkt in seinem Schaffen einnimmt. Die wichtigsten Orchester Norwegens haben Werke von ihm aufgeführt. Schon im Alter von 15 Jahren komponierte er eine Radio-Oper im Auftrag des Norwegischen Rundfunks. Sein erstes abend-füllendes Bühnenwerk „Der Falkenturm“ (Libretto Erik Fosnes Hansen) kam 1990 auf die Bühne; die Kinder-oper „Das Wundermittel“ („George’s Marvellous Medicine“) nach Roald Dahl wurde 1995 von der Norwegi-schen Komponisten-Vereinigung zum Werk des Jahres gewählt. Seine Radio-Oper „Bokken Lasson – stumbling success” gewann den Prix Italia 2000. Neben seiner Arbeit an Musicals komponiert er momentan eine abendfüllende Oper, die in der Saison 2005/06 an der Norwegischen Nationaloper Premiere haben wird.

    Text: Felix Bloch Erben, Berlin 
     

Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 22. Oktober 2005 in Kaiserslautern (Pfalztheater) unter der Schirmherrschaft des Norwegischen Botschafters in Deutschland statt:

Musikalische Leitung:
Martin Lukas Meister
Inszenierung: Udo Schürmer
Choreographie: Verena Rendtorff
Bühnenbild: Elke Schlottermüller
Kostüme: Anke Drewes
Chor: Ulrich Nolte
Dramaturgie: Andreas Bronkalla

Remi / Charles Milligan: Ute Henryke Büttner / Antje Eckermann
Vater Vitalis: Ansgar Schäfer / Tom Zahner
Brio, ein Hund: Constantin Mateescu / Adonis Daukajew
Zemira, eine Hündin: Felicity Hader / Olivera Kramaric
Janko, ein Affe: Mark Roche / Dennis Grenz
Lady Milligan: Barbara Bräckelmann / Astrid Vosberg
Arthur Milligan: Pascal Brun / Niklas Oliver Metzger
James Milligan: Daniel Böhm / Alexis Wagner
Harry Driscoll: Mario Podrecnik / Samuel Schürmann
Maggie Driscoll: Anna Carolin Stein / Astrid Vosberg
Jeronimus Barberin /Polizist /Victor/ Carolius Driscoll: Bernhard Schreurs
Marie Barberin / Sekretärin Jambon: Geertje Nissen / Anna Carolin Stein
Doktor Harris / Wirt / Inspektor Smallet: Hubertus Bohrer
Bruder Jaques / Clerc / Direktor Dietrich: Peter Floch / Alexandru Popescu
Monsieur Gerard / Kapitän Wilkinson / Caspar: Markus Monnerjahn
Madame Franconeri: Kerstin Hölzle
                                  (Unterstreichung bezeichnet Premierenbesetzung)

Chor, Extrachor, Ballett, Statisterie, Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern

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